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1.
Vancouver, August 1899.

Ihr Brief hat mich unendlich erfreut – vor allem, weil er weniger traurig klingt, als ich gefürchtet hatte. Es wäre mir ja beinahe beschämend, wenn Ihnen Peking ohne mich nicht ein bißchen grauer und öder erschiene, und ich möchte etwas von Ihnen vermißt werden – aber nicht zu sehr. Es ist alles eine Frage von Nüancen, und Sie haben, vielleicht durch das jahrelange Studium alter chinesischer Brokate und Porzellane, ein merkwürdig feines Verständnis für Nüancen, und haben genau diejenige getroffen, die mir wohltuend sein mußte.

Haben Sie also Dank für Ihren Brief, wie für so manches andere!

Unsere kurzen Ferien in Japan sind mit jener erschreckenden Geschwindigkeit vergangen, die den guten Zeiten nun einmal eigen ist. Ich will Ihnen

Empfohlene Zitierweise:

Elisabeth von Heyking: Briefe, die ihn nicht erreichten. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin 1903, Seite 5. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Briefe_die_ihn_nicht_erreichten_Heyking_Elisabeth_von.djvu/6&oldid=1197020 (Version vom 11.08.2010)