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Sie gerade eine Ihrer geheimnisvollen Reisen in das Innere Chinas unternommen hatten. Damals wollte Bartolo zuerst die nicht vorhandene chinesische Armee mit einem von ihm selbst erfundenen Gewehr versehen, später versuchte er dann einen Plan zur Bewässerung der Wüste Gobi an die chinesische Regierung zu verkaufen. – Wer alle Projekte gehört, die Bartolo und außer ihm so viele andere zur Beglückung der Chinesen ersannen, der kann das tiefe Mitleid begreifen, mit dem Sie »pauvre, pauvre Chine« zu sagen pflegten. Viel weniger Mitleid hatten Sie für die armen Gesandten, die alle einige Bartolos besaßen, von denen sie gedrängt wurden, ihre Wünsche nach phantastischen Konzessionen mit politischer Pression zu unterstützen und nach deren Ansicht die Gesandten nie genug taten, was sich bisweilen in Zeitungsangriffen oder parlamentarischen Interpellationen äußerte.

Bartolo erzählte uns gleich strahlend, er hätte seine letzte Konzession erlangt, nicht die von der Wüste Gobi, sondern eine allerletzte, zur Ausbeutung von Rubinminen. Anfänglich sei er nicht recht sicher gewesen, für welche Provinz er die Konzession erbitten solle, ob Kwangsü oder Kwangtung, da er ja beide nicht persönlich kannte und nicht wisse, ob es dort Rubinen gäbe. Schließlich habe er sich für Kwangtung entschieden,

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Elisabeth von Heyking: Briefe, die ihn nicht erreichten. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin 1903, Seite 8. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Briefe_die_ihn_nicht_erreichten_Heyking_Elisabeth_von.djvu/9&oldid=1197008 (Version vom 11.08.2010)