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| Carl Hau: Das Todesurteil. Die Geschichte meines Prozesses. |
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Das Schicksal dieses Mannes durchlebte ich im Traum. Als ich aufwachte, war ich in Schweiß gebadet, jedes Glied wie zerschlagen. – Die erste Weihnacht in der Gefangenschaft. Es ist mir fast nichts mehr in Erinnerung von diesem Tage, der sich von den anderen nur dadurch unterschied, daß es mittags einen riesigen Plumpudding gab, dessen bloßer Anblick schon das Gefühl völligen Sattseins hervorrief. Acht Tage brauchte der Zellenreiniger, bis er ihn bewältigt hatte. Ich saß tagsüber in meinem Lehnstuhl und las. Richtig hell wurde es überhaupt nicht mehr. Nebel in Permanenz. Die Bücher, die ich bevorzugte, waren alte Romane von Dickens, Thackeray und Kapitän Marryat. „Ein sonderbarer Geschmack“, meinte der Arzt, als er mich eines Tages bei dieser Lektüre antraf. „Wer liest denn heute noch diese Schmöker? Seit vierzig Jahren habe ich keinen mehr in der Hand gehabt.“ „Ich weiß nicht, warum ich sie so gerne lese,“ war meine Antwort, „vielleicht deshalb, weil sie so beruhigend und einschläfernd |
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Carl Hau: Das Todesurteil. Die Geschichte meines Prozesses.. Ullstein, Berlin 1925. Seite 37. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Das_Todesurteil_(Hau).djvu/38&oldid=860516 (Version vom 25.9.2009)