Seite:Dickens Der Weihnachtsabend.djvu/27

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das Gespenst seine eigene höllische Atmosphäre hatte. Scrooge fühlte sie nicht selbst, aber doch mußte es so sein; denn obgleich das Gespenst ganz regungslos da saß, bewegte sich sein Haar, seine Rockschöße und seine Stiefelquasten wie von dem heißen Dunst eines Ofens.

„Ihr seht diesen Zahnstocher,“ sagte Scrooge, aus dem eben angeführten Grunde seinen Angriff sogleich wieder beginnend und von dem Wunsche beseelt, wenn auch nur für einen Augenblick den starren, eisigen Blick des Gespenstes von sich abzuwenden.

„Ja,“ antwortete der Geist.

„Ihr seht ihn ja nicht an,“ sagte Scrooge.

„Aber ich sehe ihn doch,“ sagte das Gespenst.

„Gut,“ erwiederte Scrooge. „Ich brauche ihn nur hinunterzuschlucken und mein ganzes übriges Leben hindurch verfolgen mich eine Legion Kobolde, die ich selbst erschaffen habe. Dummes Zeug, sag’ ich, dummes Zeug!“

Bei diesen Worten stieß das Gespenst einen schrecklichen Schrei aus und ließ seine Kette so grauenerregend und fürchterlich klirren, daß Scrooge sich fest an seinen Stuhl halten mußte, um nicht in Ohnmacht herunterzufallen. Aber wie wuchs sein Entsetzen, als das Gespenst das Tuch von dem Kopf nahm, als wäre es ihm zu warm im Zimmer, und die Unterkinnlade auf die Brust herabsank.

Scrooge fiel auf die Kniee nieder und schlug die Hände vor’s Gesicht.

Empfohlene Zitierweise:

Charles Dickens: Der Weihnachtsabend. Übersetzt von Edward Aubrey Moriarty. J. J. Weber, Leipzig 1844, Seite 26. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dickens_Der_Weihnachtsabend.djvu/27&oldid=1005255 (Version vom 20.01.2010)