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- 15 Ihnen hatten sich angeschlossen[1] die Bundeskinder inmitten der Mischvölker[2];
- es war keiner unter ihnen, der Erbarmen und Treue in Jerusalem geübt hätte.
- 16 Da flohen vor ihnen, die die frommen Versammlungen lieb hatten;
- wie Sperlinge wurden sie aufgescheucht aus ihrem Neste.
- 17 Sie irrten in der Wüste, ihre Seelen vom Verderben zu retten,
- und köstlich schien es den Heimatlosen, das [nackte] Leben vor ihnen zu retten.
- 18 Über die ganze Erde wurden sie durch die Gottlosen zerstreut;
- denn der Himmel hielt an sich, Regen auf die Erde zu träufeln[3].
- 19 Quellen, die von Ewigkeit her aus den Tiefen [kommend] von den hohen Bergen [rinnen], wurden zurückgehalten,
- weil unter ihnen niemand war, der Gerechtigkeit und Recht übte.
- 20 Vom Obersten unter ihnen bis zum[4] Geringsten [lebten sie] in jeder Sünde;
- der König in Gottlosigkeit, der Richter in Abfall, das Volk in Sünde.
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- 21 Sieh’ darein, o Herr, und laß ihnen erstehen ihren König, den Sohn Davids,
- zu der Zeit, die du erkoren, Gott, daß er über deinen Knecht Israel regiere.
- 22 Und gürte ihn mit Kraft, daß er ungerechte Herrscher zerschmettere,
- Jerusalem reinige von den Heiden, die [es] kläglich zertreten!
- 23 Weise [und] gerecht treibe er die Sünder weg vom Erbe,
- zerschlage des Sünders Übermut wie Töpfergesäße.
- 24 Mit eisernem Stabe zerschmettere er all ihr Wesen,
- vernichte die gottlosen Heiden mit dem Worte seines Mundes[5],
- 25 daß bei seinem Drohen die Heiden vor ihm fliehen,
- und er die Sünder zurechtweise ob ihres Herzens Gedanken.
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- 26 Dann wird er ein heiliges Volk zusammenbringen, das er mit Gerechtigkeit regiert,
- und wird richten die Stämme des vom Herrn, seinem Gotte, geheiligten Volks.
- 27 Er läßt nicht zu, daß ferner Unrecht in ihrer Mitte weile,
- und niemand darf bei ihnen wohnen, der um Böses weiß;
- denn er kennt sie, daß sie alle Söhne ihres Gottes sind.
- 28 Und er verteilt sie nach ihren Stämmen über das Land,
- und weder Beisasse noch Fremder darf künftig unter ihnen wohnen[6].
- 29 Er richtet die Völker und Stämme nach seiner gerechten Weisheit.
Zwischenspiel.
- 30 Und er hält die Heidenvölker unter seinem Joche, daß sie ihm dienen,
- und den Herrn wird er verherrlichen offenkundig vor[7] der ganzen Welt
- und wird Jerusalem rein und heilig machen, wie es zu Anfang war[8],
- 31 so daß Völker vom Ende der Erde kommen, seine Herrlichkeit zu sehen,
- bringend als Geschenk ihre erschöpsten[9] Söhne,
- und um zu schauen des Herrn Herrlichkeit, mit der sie Gott verherrlicht hat[10].
- ↑ V. 15-20 greifen wieder in die Vergangenheit zurück; sie stehen insofern parallel mit V. 5 f. Die jüdischen Herrscher und ihr Anhang haben sich längst vor Pompejus heidnisch betragen (vgl. 1, 8. 4, 4 ff.). Das geht so weit, daß die Frommen vor ihrem gottlosen Treiben in die Wüste fliehen — vielleicht eine Anspielung auf die Essäer, deren Entstehung in jene Zeit fallen muß (s. Jos. Ant. XIII, 5,9). Doch weiß auch Jos. Ant. XIII, 14, 2 von einer großen Flucht (8000 Mann); s. auch 4, 10. — καὶ ἐπεκρατοῦσαν αὐτῶν schwerlich = es überboten sie (Wellh.), sondern für hebr. וַיַּחֲזׅיקוּ בָהֶם (Del.); hebr. Aorist = Plusquamperfekt.
- ↑ Wie Neh. 13.3.
- ↑ Eine große Dürre, durch die Schuld der Gottlosen (ὑπὸ = בְּ) veranlaßt, nötigt sie, weithin zu wandern.
- ↑ S. darüber Wellh., Phar. etc. 133. Aus מן-ועד ist מן-ועם geworden.
- ↑ Vgl. Jes. 11,4, LXX und Ps. 2,9. Der Sammlung des heiligen Volks in Jerusalem und der Gründung des messianischen Friedensreiches geht vorher die gewaltsame Vernichtung der widerstrebenden Heidenvölker.
- ↑ Es ist ein reines, durch keinen Zusatz von Fremden gemischtes Gottesvolk; vgl. Joel 4,7b.
- ↑ נֹכַח כל־הארץ; s. zu 2,6. Die übliche Übersetzung = ἐν ἐπισ. τόπῳ am Vorort, in der Hauptstadt der Welt, scheitert schon an dem Umstande, daß nach V. a nicht bloß die Hauptstadt, sondern ebenfalls die ganze Welt erwartet wird. Es liegt kein Grund vor, in V. b die Verherrlichung auf die Hauptstadt einzuschränken.
- ↑ Vgl. Jes. 1,26.
- ↑ Nämlich von den Leiden des Exils und des Lebens in der Fremde.
- ↑ ἣν – αὐτήν = אֲשֶׁר – אוֹתָהּ, ein vollendeter Hebraismus.
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