Seite:Die Edda (1876).djvu/057
aus Wikisource, der freien Quellensammlung
| Anonym: Edda |
|
|
|
|
93
Unklugheit wundre Keinen am Andern,Denn Viele befällt sie. * * *
94
Das Gemüth weiß allein, das dem Herzen innewohntUnd seine Neigung verschließt, 95
Selbst erfuhr ich das, als ich im Schilfe saßUnd meiner Holden harrte. 96
Ich fand Billungs Maid auf ihrem Bette,Weiß wie die Sonne, schlafend. 97
„Am Abend sollst du, Odhin, kommen,Wenn du die Maid gewinnen willst. 98
Ich wandte mich weg Erwiedrung hoffend,Ob noch der Neigung ungewiss; 99
So kehrt ich wieder: da war zum KampfStrenge Schutzwehr auferweckt, 100
Am folgenden Morgen fand ich mich wieder ein,Da schlief im Saal das Gesind; |
Empfohlene Zitierweise:
Karl Simrock (Hrsg.): Die Edda, die ältere und jüngere, nebst den mythischen Erzählungen der Skalda, 6. Aufl., Stuttgart 1876. Seite 49. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Edda_(1876).djvu/057&oldid=941784 (Version vom 18.12.2009)