Seite:Die Edda (1876).djvu/274
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| Anonym: Edda |
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26. Ein anderer Ase heißt Bragi. Er ist berühmt durch Beredsamkeit und Wortfertigkeit und sehr geschickt in der Skaldenkunst, die nach ihm Bragur genannt wird, sowie auch diejenigen nach seinem Namen Bragurleute heißen, die redefertiger sind als andere Männer und Frauen. Seine Frau heißt Idun: sie verwahrt in einem Gefäße die Äpfel, welche die Götter genießen sollen wenn sie altern, denn sie werden alle jung davon, und das mag währen bis zur Götterdämmerung. Da sprach Gangleri: Mich dünkt die Götter haben der Treue und Sorgsamkeit Iduns große Dinge anvertraut. Da sprach Har und lächelte: Beinahe wäre es einsmals schlimm damit ergangen: ich könnte dir davon wohl erzählen; aber du sollst erst die Namen der andern Asen hören. 27. Heimdall heißt einer, der auch der weiße As genannt wird. Er ist groß und hehr und von neun Mädchen, die Schwestern waren, geboren. Er heißt auch Hallinskidi und Gullintanni, weil seine Zähne von Gold sind. Sein Pferd heißt Gulltopp. Er wohnt auf Himinbiörg bei Bifröst. Er ist der Wächter der Götter und wohnt dort an des Himmels Ende, um die Brücke vor den Bergriesen zu bewahren. Er bedarf weniger Schlaf als ein Vogel und sieht sowohl bei Nacht als bei Tag hundert Rasten weit; er hört auch das Gras in der Erde und die Wolle auf den Schafen wachsen, mithin auch Alles was einen stärkern Laut giebt. Er hat eine Trompete, die Giallarhorn heißt und bläst er hinein, so wird es in allen Welten gehört. Heimdalls Schwert heißt Haupt. Von ihm heißt es: Himinbiörg ist die achte, wo Heimdall soll Empfohlene Zitierweise: Karl Simrock (Hrsg.): Die Edda, die ältere und jüngere, nebst den mythischen Erzählungen der Skalda, 6. Aufl., Stuttgart 1876. Seite 266. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Edda_(1876).djvu/274&oldid=943257 (Version vom 19.12.2009) |