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Die Sage von Wilhelm Tell, jenem volkstümlichen schweizerischen Helden ist, was ihren bis vor kurzem noch angenommenen Zusammenhang mit der Geschichte und die tatsächliche Existenz eines Helden Wilhelm Tell anbetrifft, der die Waldstätte auf die bekannte Weise gerettet haben soll, urkundlich sehr erschüttert worden. Der Vogt Geßler ist historisch gar nicht beglaubigt; auch die harte Bedrückung der Waldstätte unter Albrecht II. wird von manchen Historikern als Sage angesehen; die Sage vom Tellschuß selber ist jedenfalls schon bedeutend älter. Schon bei den Persern findet sie sich[1], wo sie in ihrem Ursprung zweifelsohne noch in ein graues Altertum zurückweist. Noch 1175 hat ein persischer Dichter sie behandelt. Nach der persischen Sage hatte ein König einen Lieblingssklaven, dem er zuweilen einen Apfel auf den Kopf legte, um danach zu schießen; der Sklave war dann jedesmal vor Furcht krank. Besonders findet sich die Apfelschußsage im Norden Europas verbreitet; so ist sie z. B. schon in der in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts in Norwegen entstandenen Thidreks- oder Wilkinasage mitgeteilt: Der König Nidung wollte einst erproben, ob Eigil so schießen könne, wie man von ihm rühme. Er legte einen Apfel auf das Haupt von Eigils dreijährigem Sohn und gebot Eigil, danach zu schießen. Eigil nahm drei Pfeile, schoß aber gleich mit dem
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Karl Wehrhan: Die Sage. Wilhelm Heims, Leipzig 1908, Seite 34. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sage-Karl_Wehrhan-1908.djvu/42&oldid=1139984 (Version vom 12.06.2010)