Seite:Die Sage-Karl Wehrhan-1908.djvu/99

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

verzauberte Jungfrau oder eine Schatzhüterin erlösen soll. Einmal tat der Teufel an den Herrn selbst eine Bitte, und diese wurde ihm zugesagt, sobald an den Eichen alle Blätter abgefallen sein würden. Da diese im Herbst zwar welkten, aber sitzen blieben, und im Frühjahre neue sproßten, bevor die alten abgefallen waren, fuhr der Böse rasend über sie her und zerfetzte sie aus Zorn mit seinen Klauen; daher hat das Eichenlaub seine krallenförmige Gestalt[1]. Auch von der Buche gibt es ähnliche Sagen. Von fast jedem Baume überhaupt ließe sich hier berichten. Nur auf den großen Birnbaum der Sage wollen wir verweisen, der am Kyffhäuser oder auch am Untersberg in Salzburg steht und dessen Grünen das Hervorkommen des schlafenden Helden andeutet. Endlich nennen wir noch die Völkerschlacht am „Birkenbaum“.


Literatur: Vomen, Het Plantenrijk vornaemlik in de Symbolik, in de Legende, in de Poesie (De Dietsche Warande. N. R. I. S. 207 ff.) – A. Ritter von Perger, Deutsche Pflanzensagen. Stuttgart 1864. – Ch. Gilow, De Planten, as man to seggt un wat’s seggen [Pommern]. Anklam 1872. – Frz. von Kobell, Über Pflanzensagen und Pflanzensymbolik. Ein Vortrag. München 1875. – M. von Strantz, Die Blumen in Sage und Geschichte. Skizzen. Berlin 1875. – Th. Bodin, Die Pflanze in Sage und Aberglauben (Die Natur. 1877. Nr. 7). – A. Pölzig, Einige Pflanzen der Sage und des Aberglaubens (Ebda. 1877. Nr. 22. 28). – Fr. Warnke, Pflanzen in Sitte, Sage und Geschichte. Für Schule und Haus. Leipzig 1878. – H. Reling und J. Bohnhorst, Unsere Pflanzen nach ihren deutschen Volksnamen, ihrer Stellung in Mythologie und Volksglauben, in Sitte und Sage, in Geschichte u. Literatur. Gotha 1882. – G. Wunderlich, Biographien, Geschichten und Sagen aus dem Tier- und Pflanzenleben. Langensalza 1884. – E. Handtmann, Was auf märkischer Heide sprießt. Pflanzen-Legenden und Pflanzen-Symbolik. Berlin 1890. – W. Schwarz, Mythologisch-Volkstümliches aus Friedrichroda und Thüringen [Sage von der Zauberblume] (Verhandlungen der Berliner anthropolog. Ges. vom 15. II. 1890. S. 131–137). – H. Feilberg, Baumsagen und Baumkultur (Am Urquell. VI. 1895. S. 72). – W. von Berg, Deutsche Volkssagen in Beziehung auf Waldbäume (Wiener Abendpost. 1878. Nr. 224 f.) – Köllmann, Von Bäumen u. Baumgeistern im germanischen Volksglauben. Programm von Remscheid. 1904. – A. Friedmann, Der Baum in der alten und neuen Welt [Sagen] (Nord und Süd. 1904. Dezemberheft). –


  1. Zingerle, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Tirol.
Empfohlene Zitierweise:

Karl Wehrhan: Die Sage. Wilhelm Heims, Leipzig 1908, Seite 91. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sage-Karl_Wehrhan-1908.djvu/99&oldid=1144848 (Version vom 16.06.2010)