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283 (30.) Vespasian dachte zunächst daran, den durch das Misslingen des Sturmes gebeugten Muth des Heeres wieder aufzurichten, aber er sah im Gegentheil, dass die Soldaten nur von Ingrimm glühten und, statt einer Aufmunterung zu bedürfen, nur nach Thaten dürsteten. 284 Er befahl daher, die Belagerungsdämme noch höher zu machen und drei Thürme, jeden in einer Höhe von fünfzig Fuß, herzustellen, die auf allen Seiten mit Eisenplatten gepanzert werden sollten, damit sie infolge ihrer Schwere nicht zu erschüttern und auch für das Feuer unangreifbar wären. Nachdem diese Thürme und zwar gleich auf den Dämmen aufgestellt worden waren, 285 wurden sie nach seiner Anordnung mit Wurfspießschleuderern und Bogenschützen bemannt und sogar mit leichterem Belagerungsgeschütz versehen. Dazu wählte er noch die stärksten Steinschleuderer aus, 286 welche nun im Verein mit den anderen Schützen, gedeckt durch die Höhe und die Brustwehren der Thürme, gegen die vollständig ungedeckten Juden auf der Stadtmauer die Beschießung eröffneten. 287 Da jetzt die Jotapatener den feindlichen Geschossen, die nun gerade auf ihre Köpfe herabfuhren, nicht leicht mehr auszuweichen und sich auch eines Feindes, den man nicht einmal bemerken konnte, nicht mehr zu erwehren vermochten, und überdies noch sehen |
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 267. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/267&oldid=1407176 (Version vom 10.01.2011)