Seite:Nanak der Stifter der Sikh-Religion.djvu/13

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schlief, geblieben war. Dies gab Rāe Bulār Veranlassung, dem Vater Nānak’s, Kālū, der auf seinen Sohn um seines träumerischen Wesens willen übel zu sprechen war, einzuschärfen, dass sein Sohn ein grosser Mann sei und er durch denselben erhaben worden sei (एहु महापुरखु है कालू तूं भी निहालु होआ), was dem Kālū wenig einleuchten wollte, der gleichgiltig darauf antwortete, dass Gottes Sachen eben nur Gott kenne. Die späteren Janam-sākhīs haben diese Sage schon weiter dahin ausgeschmückt, dass eine grosse schwarze Schlange ihren Kopf über Nānak aufgeblasen und ihn dadurch vor den Sonnenstrahlen geschüzt habe.

Es wird nun ausdrücklich erwähnt, dass Nānak sich immer in Gesellschaft von Faqīren (ascetischen Bettelmönchen) herumgetrieben, keine Neigung zu irgend ernsterer Arbeit oder zu einem Berufe gezeigt und dadurch seiner Familie, die seinen göttlichen Beruf nicht erkennen wollte, besonders seinem weltlich gesinnten Vater Kālū, der immer mit einem gewissen Vergnügen als ein Geizhals geschildert wird, viele Sorgen verursacht habe. Die Familie betrachtete ihn endlich als verrückt und fing an über dieses Unglück zu trauern (तबि सारा परवारु सभु कुटंबु वेदीआं का लागा झूरणि आखण लगे जो वडा हैफु होआ जो कालू दा पुत्रु दिवाना होआ, so der Originaltext). Auf Andringen der Verwandten wurde ein Arzt zu Rathe gezogen, der jedoch nichts auszurichten vermochte.

Es ist bezeichnend, dass dieser Umstand in den späteren Compilationen sorgfältig übergangen worden ist, wie überhaupt alles, was auf Nānak ein ungünstiges oder zweifelhaftes Licht werfen könnte.

Wohl aus Verzweifelung, Nānak daheim in ein geordnetes Leben bringen zu können, sandten ihn seine Eltern (nach dem Original, auf Befehl Gottes) zu seinem Schwager Jairām nach Sultānpur[1], der dort bei Navāb Daulat Khān im Commissariat angestellt war.

  1. Es gibt zwei Sultānpur, eines nahe dem Zusammenfluss des Biās und des Satluǰ, das andere am oberen Biās, am Fusse des Himālaya. Das erste ist hier gemeint.
Empfohlene Zitierweise:

E. Trumpp: Nanak, der Stifter der Sikh-Religion., München 1876, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Nanak_der_Stifter_der_Sikh-Religion.djvu/13&oldid=917599 (Version vom 24.11.2009)