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| plündern. Der Guru hat nicht nur eine zahlreiche Leibwache von
treuen Sikhs, sondern er nimmt auch einzelne Stämme der Landbevölkerung in seinen Sold, denen er reiche Beute verspricht (S. Sākhī 44. 45. 46. 67). Dass er auf diesen Zügen von den muhammedanischen Truppen verfolgt wurde, wird ausdrücklich zugestanden (Sākhī 50. 51.); auch manche scharfe Scharmüzel werden erwähnt (Sākhī 53). Dass der Guru auch Bhang (einen Absud von Hanfsamen, der sehr berauschend wirkt) getrunken habe, wird ebenfalls constatirt (Sākhī 62, 73.) Nach diesen Winken müsste man allerdings den muhammedanischen Berichten Glauben schenken, wenn sie die Gefangennehmung und Hinrichtung Tēg Bahādur’s auf politische Ursachen zurückführen.[1] Auf Tēg Bahādur folgte sein Sohn Gōvind Singh, den er aus dem Gefängniss zu seinem Nachfolger ernannt haben soll. Er war erst fünfzehn Jahre alt, als sein Vater starb und da ihm von allen Seiten Gefahr drohte, zog er sich in die Verborgenheit zurück, wo er sich mit Studien, besonders der Erlernung der persischen Sprache, und mit Bogenschiessen beschäftigte. Erst in den reiferen Jahren trat er öffentlich als Guru unter den Sikhs auf und sammelte die versprengten Gemeinschaftsglieder. Um an den Muhammedanern den Tod seines Vaters zu rächen, organisirte er seine Sikhs militärisch und gab der neuformirten Gemeinschaft den Namen Khālsā खालसा, von dem arabischen خَالِصه (die reine). Sein Endziel war, die muhammedanische Herrschaft gänzlich zu stürzen und auf deren Trümmern ein eigenes Reich zu gründen. Da er durch seine Jugenderziehung tief in den Hindū Aberglauben verstrickt worden war, so gieng er, um sich auf seine grosse
Empfohlene Zitierweise: E. Trumpp: Nanak, der Stifter der Sikh-Religion., München 1876. Seite 37. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Nanak_der_Stifter_der_Sikh-Religion.djvu/41&oldid=918308 (Version vom 24.11.2009) |