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Auf Grund der so sicher gestellten Hypothese gab das Studium der Kurve die gesuchte Beziehung zwischen der Totalmasse und der Geschwindigkeit. Der Versuch wurde von Kaufmann ausgeführt. Das Ergebnis war sehr überraschend. Es zeigte sich nämlich, daß die reelle Masse Null ist, also die ganze Masse des Partikelchens elektrischen Ursprungs ist. Ein solches Ergebnis muß natürlich unsere Anschauungen über das Wesen der Materie vollständig ändern. Man legte sich alsdann die Frage vor, ob die Beziehung zwischen Masse und Geschwindigkeit wohl identisch sein könnte mit derjenigen, auf welche das Prinzip der Relativität führt. Hierfür war ein sehr eingehendes Studium der betreffenden Kurve erforderlich, und dieses ließ sich nicht im Handumdrehen machen. Der erste Versuch, welchen Kaufmann anstellte, ergab zunächst negative Resultate; als er unter veränderten Bedingungen von Bucherer wieder aufgenommen wurde, führte er zu positiven Ergebnissen, denen beizustimmen sich die meisten Physiker geneigt zeigten. Was die Ergebnisse dieser Arbeiten in so eigenartigem Licht erscheinen läßt, ist nicht allein der Umstand, daß sie eine vollständige Bestätigung der Lorentzschen Mechanik lieferten, sondern dasjenige, was sie bezüglich der wirklichen Masse der Körper lehren. Diese wirkliche Masse sollte hiernach Null sein. Richtiger gesagt, muß man hier zwei Dinge unterscheiden: die materiellen Moleküle und die eigentlichen Elemente |
Henri Poincaré: Die neue Mechanik. B.G. Teubner, Leipzig 1911, Seite 18. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:PoincareMechanik.djvu/18&oldid=1033547 (Version vom 28.02.2010)