Vom Seemann Kuttel Daddeldu
aus Wikisource, der freien Quellensammlung
- [4] Vom Seemann Kuttel Daddeldu
- Eine Bark lief ein in Le Haver,
- Von Sidnee kommend, nachts elf Uhr drei.
- Es roch nach Himbeeressig am Kai,
- Und nach Hundekadaver.
-
5Kuttel Daddeldu ging an Land.
- Die Rü Albani war ihm bekannt.
- Er kannte nahezu alle Hafenplätze.
- Weil vor dem ersten Hause ein Mädchen stand,
- Holte er sich im ersten Haus von dem Mädchen die Krätze.
-
10Weil er das aber natürlich nicht gleich empfand,
- Ging er weiter, – kreuzte topplastig auf wilder Fahrt.
- Achtzehn Monate Heuer hatte er sich zusammengespart.
- In Nr. 6 traktierte er Eiwie und Kätchen,
- In 8 besoff ihn ein neues, straff lederbusiges Weib.
-
15Nebenan bei Pierre sind allein sieben gediegene Mädchen,
- Ohne die mit dem Zelluloid-Unterleib.
- Daddeldu, the old Seelerbeu Kuttel,
- Verschenkte den Albatrosknochen,
- Das Haifischrückgrat, die Schals,
-
20Den Elefanten und die Saragossabuttel.
- Das hatte er eigentlich alles der Mary versprochen,
- Der anderen Mary; das war seine feste Braut.
- Daddeldu – Hallo! Daddeldu,
- Daddeldu wurde fröhlich und laut.
-
25[7] Er wollte mit höchster Verzerrung seines Gesichts
- Partu einen Niggersong singen
- Und »Blu beus blu«.
- Aber es entrang sich ihm nichts.
- Daddeldu war nicht auf die Wache zu bringen.
-
30Daddeldu Duddel Kuttelmuttel, Katteldu
- Erwachte erstaunt und singend morgens um vier
- Zwischen Nasenbluten und Pomm de Schwall auf der Pier.
- Daddeldu bedrohte zwecks Vorschuß den Steuermann,
- Schwitzte den Spiritus aus. Und wusch sich dann.
-
35Daddeldu ging nachmittags wieder an Land,
- Wo er ein Renntiergeweih, eine Schlangenhaut,
- Zwei Fächerpalmen und Eskimoschuhe erstand.
- Das brachte er aus Australien seiner Braut.
