Von dem Künig in dem Pat

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Textdaten
Autor: Anonym (Pseudo-Stricker)
Titel: Von dem Künig in dem Pat
Untertitel:
aus: Vorlage:none
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1497
Verlag: Vorlage:none
Drucker: Hans Sporer
Erscheinungsort: Erfurt
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Quelle: Scans auf Commons
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[1 r]
VOn dem Künig in dem pat
Wy er geschendet wart.


De Von dem Künig in dem Pat A 001.jpg


[1 v]

Wer an im selber nicht bewart
vntzucht vnd yberige hoffart.
Das reicht got dort oder hie
nun hoert wy es hie er ging
Ein Kuenig vnd herre
an dem lag grosse erre
Vnd der was so gewaltig
Das er also manickualtig
Vnder sych pracht mit seiner handt
teuetsche vnd welsche landt
Dy waren jm paide vndertan
des wolt er dan glauben han
Das niemant moecht ob jm gesein
Das vard im oeffenlichen schein
Das vnser herre Jhesu Crist
ein her ob allen Fueersten ist
Daran glaubet er gar klein
jn daucht das er allein
Ob allen Fueersten sole weßen
er horte in einer vesper lessen
das was geschriben an einer stat
In dem mangnifficat
deposuwit potentes de sede
Nun hoert wie es im erging
das was dem kuenig schwere
Vnd fraget wie dem were
vnd die wol gelerten leuet
Dy prachten jm das zu bedeuet
was got auff seiner erden thut

[2 r]

Er hoechet allen den jren mut
vnd nydert alle hoffertikeyt
Dy red was dem kuenig layt
er sprach wie moecht das gesein
wo ward ye kein künick gesehen
Der mein gewaltig moecht sein
vnd man sol des vers nit mer lesen
Jn sol auch nimmant hoeren
man sol dy geschrifft zu stoeren
Von seinem gewalt durch dy not
jn allen landen er gepot
Den vers niemant schrib
vnd in welchem puch er belib
Das sol man verprennen
es musten poten rennen
Zu allen den pfaffen
mit den er het zu schaffen
wer den vers sueng oder leß deposait
Der must sein aller pestes gelit
hin zu hoffe senden
Damit wolt er sy pfenden
do von so wurden diße wort
Von jm gantz vnd gar zu stoert
das niemmant also duerstig was
Der in oeffenlichen sang oder laß
oder in der vesper sang
Das stundt nit gar lang
das vnser herre Jhesu Crist
Nun hoert wy ein specher list
das got imm nun ertzeyget.

[2 v]

vnd sein feld sych schir neiget
Er ging eins tages jn ein padt
do saß ein engel an seiner stat
Jn aller der gepere
als es der kuenig selber were
An jm man anders nicht erkoß
der kuenig sein ere da verloß
Und allen seinen reichtum
doch wolt er haben kueniges rum
Jn eines kueniges weisse gar
das wart im alles offen par
Vnd dem engel ward tzu gesehen
was er wolt. das was geschehen
Des kueniges ward vergessen
vnd doch was er gesessen
Zu dem engel auff die panck
der pader da zu im dranck
Vnd hieß in noher sytzen
do sprach der kuenig mit witzen
Also tzu dem pader
ob er truncken wer
Jch pin der kuenig der herre dein
du magst fil wol truncken sein
Do sprach der pader also
mein herr der kuenig sitzet da
Was kueniges machst du gesein
Du magst wol ein thor sein
vnd wa ist dein kuenickreich
Do sprach der kuenig tzornlich
secht an dissen boeßen wicht

[3 r] De Von dem Künig in dem Pat A 005.jpg


Das er ein andern fuer mich ersycht
der aller erst her ein gieng
Ein kuebel er nam gerieng
vnd stieß den pader da mit geschwint
Do kam das pat gesyndt
vnd raufften jn vil hart
Dem kuenig anß seiner schwart
des hares manig hant vol
wan das der engel thet so wol
Das er dem volck weret
vnd den kuenig[1] erneret
Doch mocht er lang klagen
er wart gar hart geschlagen
Der engel auß dem pat gieng[2]
vnd den kuenig er also sytzen ließ
Jn eines thores weisse
dem engel ward tzu preisse
Des kueniges gewand an geleit
wy schon er tzu der puerge rait
Do saß der arm kuenig ploß

[3 v] De Von dem Künig in dem Pat A 006.jpg


Der Pader vnd sein hauß gesynt
die stissen in fuer die thuer
Do gieng der arm kuenig fuer
er west nit was wer solt iehen
waffen wy ist mir geschehen
Jch was ein künig heuet frwe
do sprach man mir offt tzw
Dy armen vnd die reichen.
di sprachen schmach leichen
wa sein gesynde were
Vnd dy grossen semmer
die woellen gar zu lang sein
Sy seint er truncken in dem reyn
vnd sein gesyndt ueber all
Er het grossen spot vnd schall
vnd stund in grosser arbait
Es wer jm lieb oder laidt
vnd von seiner aygen dyet
Sein trawriges hertz im do riet
das er begunde tzu bedencken.

[4 r]

An einen frummen schencken
der was sein pester rat geber
Do lieff er nacket vnd ane wat
mit grosser scham den leueten vor
Piß an des schencken thor
der schenck der was gessen
Vnd het gar nahet gessen
wan es was ueber ym biß tzeit
Der kuenig schray dem thor wart
do sprach nun der pfoertner
wer nun an dem thor wer
Er sprach es wer der kuenig hie
der pfoertner sprach ich gesach nie
Einen kuenig so lesterlichen stan
jr wert noch lang nit her ein gelan
Do rueffet er aber so lange
da sprach der schenck. O. herre
wer ist aber an dem thor
Herre es ist einer dar vor
vnd spricht das er der kuenig sey
Vnd ist doch aller wate frey
vnd ist gar ein plosser man
Ez war da ist er was besunders an
last in bald herein durch got
Sy haben manigen grossen spot
auß dem armen hewet getriben
Mich wundert das er sit beliben
das er nit anders wo hin gieng
Den armen kuenig man ein ließ
mit seiner boossen schnoeden wat

[4 v]

Fuer den schencken stat
der hieß in wil kummen sein
Der kuenig sprach freuend mein
jr soelt mich wol erkenen paß
Das muß ich lassen ane haß
es ist mir heuet also betaget
Das ich pin iemerlich veriaget
von eren vnd von gut
Mir was vil wol zu mut
das sich das wolt haben gethon
Do spracht ir ich solt es lon
es werden herren ein vngemach
Der kuenig dem schenken do veriach
von allen seinen sachen
Der schenck begund zu lachen
er sprach das ist die warhait
Ob dir das der teueffel hat gesait
das rette mein her wider mich
Do sprach der kuenig das pin ich
vnd wie mir heueet ist mislungen
Oder was mich hat verdrungen
so waiß ich meines hertzen syn
Das ich der recht kuenig pyn
der schenck[3] sprach ir seit ein man
Dem nyemant ab gereden kan
vnd hieß dem armen essen tragen
Und wolt es dem kuenig sagen
das er maint er sey auch reich
Das wirt in duncken geimlaich
der schenck[4] was also wert.

[5 r]

Das man seines ratens begert
wan er kund tzu hoffe wol
Er riet alles das man solt
tzu eren thun dem reich
Er gieng gar getzogenlich
fuer den engel also tzu stund
Vnd thet im die rede kunt
von seinem spechen gast
Do sprach der engel[5] wa ist er
nun hayst in pringen her


De Von dem Künig in dem Pat A 009.jpg


Do hyeß man palt springen
vnd den kuenig zu hoffe pringen
Man pracht in pald auff den sal
das hoffgesynde ueberall
Das rueffet alles zu handt
seit got wil kummen kuenig ane landt
Die kuenige in pey dem engel saß
sy sprach herre wer ist das
Do hub der schenck wider an
vnd sprach frawe das ist ein man.

[5 v]

Der spechest den ich ye gesach
der engel zu dem schencken sprach
Nun heist dy leuet stil betagen
das vns der thore mueg gesagen
Do ging der arm kuenig hin fueer
do saß der engel in reicher kuer
Bey der schoenen kuenigine
vnd gruest den wider warten sein
Er was jm feint vnd gehaß
das er pey seiner frawen saß
Doch saß er pey ir on gevar
er sprach gut man ist das war
Das du hewet hast veriehen
er sprach ich hon den tag gesehen
Ich was auch gewaltig hye
mein fraw mich nicht enpfecht
Als ein pider weib iren wiert
jr lieplich er gruß mich vermeit
Der was mir vor vnversayt
sy was tzu stund an mir berait
Vntz an dissen heuetigen tag
vnd da ich nechten pey ir lag
Da schid wir vns gar frewntlichen
dem thut sy hewet gar vngeleich
Dy kuenigin ward schame rot
sy schempt sych ser das thet ir not
Sy west nit ob sy in nye her gesechen
do er jr zu weib her veriehen
Sy sprach zu dem engel herre mein

[6 r]

Dos er da giecht das ist nicht
schweigt ir rechter poeß vicht
Sprach ein hoff ritter
dy red wiert euech zu pitter
Ez wr man sol euech schleiffen
da wolt man nach im greiffen
Die stoltzen iungling vein
aien grosses vngelueck mere
wer in aber noch kummen an
Won das in der engel nam


De Von dem Künig in dem Pat A 011.jpg


Vnd fueeret in mit im an schaden
jn aien schoen schlaff gaden
Do sprach der engel gottes gepot
gelaubstu noch das got.
Gewaltig ist yber dich vnd mich
vnd yber alles sein geschoepft
Nun sych wy dein herschafft
hat verdrungen dich ane were
Was hilfft dich dein grosses her
wo volget dir nun yemant nach.

[6 v]

Noch ist der vers war deposuit
potentes de sende. Et exultauit.
Got thet dir noch wol mere
er hat dich gedruck nider
wolt er du wuerdest kuenig wider
Der kuenig sprach her saget mir
durch got wer seit yr
Seit jrs von dem ir do sagt
so eiget euech durch ewer wirdikeit
Gegen mir thoerechten[6] man
vnd weist mich nun recht an
Der engel sprach jch pin nit got
jch pin ein engel vnd sein pot
Des waren Cristi Jchesus
der hieß mich das werben also
Als dier heuet ist wider varn
vnd ließ dich dar vmb werden arm
Vmb dein grosse hofertigkeit
vnd da man dir die warheit sayt
Got hoechet vnd nidert so er wil
das wider sprachstu gar zu vil
Vnd was dir gar tzu nicht
tzwar wer nit dein gut gericht
Du muest ymmer mer also leben
dir wuerd. dein schuld vnvergeben
Der kuenig viel do kreuetz stalt
fuer den engel manick valt.
Er sprach nun gepueet yber mich
was got wil das thun ich
Der engel hieß in aufsten

[7 r]

Vnd sprach du solt fuerpas gelauben han
was dir die prister voerkuenden
Sy leren dich mit der geschrifft
die waren kristenlichen stifft
Noch wil ich dir raten mer
vnd du solt volgen meiner ler
Vnd merck recht was ich dir sag
wer dir seinen kummer claget
Dem solt du parmhertzig sein
vnd volgest du dem tatte mein
Du wirdest kuenig als Ee
vnd pist gewalttig ymmer mer
Er sprach ich volg euech ymmer gern
durch got woelt ir mich yetz gewern
Der engel pot im sein handt
vnd gab jm wider alles sein gewant.
Vnd sein kuenickreich wider
da leget er den alten rock nyder
Den jm der schenck geben hies
do in der pfoertner eineliß.


De Von dem Künig in dem Pat A 013.jpg

[7 v]

Der engel da vor im verschwant
vnd fur gen himmel al tzu hant
In einem augen plick
do sprach der kuenig vil dick
Belobet seistu her Jhesu Crist
das du also gewaltig pist
was mir de engel hat geseyt
Das ist dy recht warheyt
jch het vor einen krancken syn
Ich wayß nun wol wer ich pin
jch sol hyn fuer weislich paden
Er ging mit freueden auß dem gaden
als einer der nie layd gewan
Do sprachen alle sein dinst man
her wa mag der thore sein
Do sprach der kuenig get her ein
vnd secht wie mir heuet ist geschehen
Vnd begunt in oeffenlichen veriehen
der kuenigein vnd den seinen
Von allen seinen grossen peynen.
dy er in dem pade laydt
Do er mit den pader strayt
vnd fueret sy do der alt rock lag
Vil manick ritter do erschrack
vnd hetten alle wol geschworen.
Leib vnd gut wer in verloren
die kuenigein padt uemb sein hulde
Sy sprach ich pin mit vnschulden
jr wart mir warlich vnbekant
Er nam ir hant vnd seine handt

[8 r]

vnd sprach frawe schweiget stille
Das dinck was gottes wille
vnd jch bekant mein selber nit
Do wart der vers de posuwit
wider loeblichen vol pracht
Der jm Ee vil gar verschmaet
den hießen reichling schreiben an.
Vns wart dar nach ein sellig man
er vnd etlich sein hoffgesyndt
Darvmb das er wart plint
an got vnd an dem gelauben sein
Darvmb kam er in grosse pein
das er so freffelich wider got was
Vnd also hat das ein ende
got vns alle zu himmel sende. Amen.


Da bringet man dem kunig wider by der hendt
der engel gyt im wider sein frawen vnd sein regement.


De Von dem Künig in dem Pat A 015.jpg


Getruckt Zu Erffort pey sant pauls pfar
Zu den weissenlilgen berge. Im. XLVij. Jar.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: kuenis
  2. Vorlage: giend
  3. sechnck Vorlage
  4. sechnck Vorlage
  5. engrl Vorlage
  6. thoeerchten Vorlage

Anders als der Gesamtkatalog der Wiegendrucke angibt (siehe ISTC), ist der Text nicht die Bearbeitung von Hans Rosenplüt, sondern die lange fälschlich dem Stricker zugeschriebene Mirakelerzählung des 13. Jahrhunderts (²VL Bd. 5, Sp. 72).