1.
Reich muß sich die Jugend träumen,
Luft’ge Schlösser zu erbauen,
Und das Meer muß golden schäumen,
Daß im Glanz die Fern’ zu schauen.
5
In geheimnißvoller Stunde
Mit den Worten, die sie beichtet,
Giebt sie vom Geheimsten Kunde,
Das wie Gold im Berge leuchtet.
Gern will Jeder Schätze heben,
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So der Reiche wie die Armen;
Wo nie war ein reiches Streben,
Da heißt Demuth nur Verarmen.
Drum ergreife mit Vertrauen
Jeder diese Wünschelruthe,
15
Was im Herzen ist, zu schauen,
Schlag’ sie an im frischen Blute.
Mußte sie im Geist ersprießen,
Steht sie mit der Erd’ im Bunde;
Was das Herz erfüllt, muß fließen
20
Im Gesange dann vom Munde.
2.
Die Sündfluth ist verronnen,
Die Wasser werden still,
Im Glanz der alten Sonnen
Der Himmel leuchten will,
5
Die Wälder rauschen wieder,
Die Berge stehen frei,
Und Taube fliegt hernieder
Und trägt den Oelzweig treu.
Da schwebt das Dichterleben
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In alter sel’ger Bahn,
Will sich zum Himmel heben,
Der Erde Herzen nah’n.
In Blüth’ und Duft und Klängen
Mit Wolk’ und Vöglein zieh’n,
15
In stillen goldnen Gängen
Die Erdenbrust durchglüh’n,
Und allwärts so sich regen
In Lust und Lieb’ und Glut,
Daß neu auf allen Wegen
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Hinquell’ die heil’ge Fluth.
Drum lasst uns freudig fassen
Den frischen, glühen Quell,
Wo er auf freier Straßen
Aufsprudelt laut und hell;
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Doch wo er noch verborgen
Geht durch die Herzen hin,
Noch nicht zu lichtem Morgen,
Zu Tage auf will zieh’n,
Da laßt die Ruth’ uns tragen
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Frommgläubig in der Hand,
Und überall anschlagen
Im ganzen deutschen Land.
Da wird’s uns Adern zeigen
So reich an ächtem Erz,
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Daß d’raus ein Band mag reichen
Um alles deutsche Herz.