William Shakspeare's sämmtliche Gedichte/Sonett XCIX

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Autor: William Shakespeare
Titel: Sonett XCIX.
Untertitel:
aus: William Shakspeare's sämmtliche Gedichte. Im Versmaße des Originals übersetzt von Emil Wagner. S. 52
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: J. H. Bon
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Erscheinungsort: Königsberg
Übersetzer: Emil Wagner, Pseudonym für: Ludwig Reinhold Walesrode
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Das frühe Veilchen ward drum so bedroht: –
Wo hast du, holder Dieb, den Duft genommen,
Als aus des Liebsten Hauch? Das Purpurroth,
Was deine zarte Wange hat bekommen,

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Tauchst du in Farben, die sein Blut dir bot,

Um deine Hand schalt ich die Lilienblüthen,
Der Majoran stahl dir dein dunkles Haar,
Die Rosen furchtsam in den Dornen glühten;
Hier rothe Scham und weiße Angst dort war.

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Die dritte hat sich Roth und Weiß gestohlen,

Und noch mit deinem Athem sich bedacht;
Doch für den Stolz, den sie zeigt unverhohlen,
Hat rächend ihr ein Wurm den Tod gebracht.
    Mehr Blumen sah ich; keine doch ich fand,
    Die Duft und Farbe dir nicht hätt’ entwandt.

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