Übersicht der Märchenliteratur/Nachwort

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Die neuere oder volkstümliche Märchenliteratur Übersicht der Märchenliteratur (1914)
von Antti Aarne
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Nachwort.

Die volkstümliche Märchenliteratur ist in ihrer Gesamtheit umfangreich, aber dessen ungeachtet ist sie noch weit entfernt, den Bedürfnissen des Forschers zu genügen. Um der Wanderung eines Märchens Schritt für Schritt folgen zu können, müsste der Forscher aus jedem Lande genügendes Material zur Verfügung haben. Nun ist jedoch die Sammelarbeit ausserhalb Europas bisher verhältnismässig wenig ausgeführt worden und in Europa ist sie in den verschiedenen Ländern ungleichmässig gewesen. In den gedruckten Sammlungen, wo die Märchen beinahe immer in ihrer vollkommenen Form vorkommen, ist eine ganz beschränkte Anzahl der Aufzeichnungen enthalten. Sammlungen können in irgendeinem Lande zehn bis zwanzig sein, aber Märchen finden sich in ihnen nicht mehr als einige hundert. Die von dem Forscher aus ihnen gewonnene Ausbeute beschränkt sich vielleicht auf zwei bis drei Varianten. Für die Klarlegung der Schicksale des Märchens in einem Lande ist dies eine gar zu geringe Anzahl. Die Sammelarbeit ist deshalb noch immer fortzusetzen, und Eile ist nötig, denn die wachsende Volksbildung vermindert allmählich den Wert der volkstümlichen Aufzeichnungen. Was unsere Zeit in dieser Beziehung unterlässt, das kann die Zukunft nicht mehr bessern. Und die Aufzeichnungen müssen auf eine die Bedürfnisse der Wissenschaft befriedigende Weise gemacht werden. Der Sammler darf das Gehörte nicht verändern. Wichtig beim Bestimmen des Wertes einer Aufzeichnung [75]


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