ADB:Abele von und zu Lilienberg, Christoph Ignaz Freiherr von

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Artikel „Abele von und zu Lilienberg, Christoph Ignaz Freiherr von“ von Franz von Krones in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 17, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Abele_von_und_zu_Lilienberg,_Christoph_Ignaz_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 19. Oktober 2019, 12:56 Uhr UTC)
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Abele: Christoph Ignaz A., von und zu Lilienberg, geb. zu Wien 1628, † daselbst 12. Oct. 1685, Sprößling einer schwäbischen Familie aus dem Breisgau; unter Kaiser Max I. erscheint ein A. im Hofdienst; 1547 erwarben die A. den Adel und wurden in Nieder-Oesterreich und Steiermark landsässig. Die hohe Stellung und das Ansehen dieser Familie knüpfen sich vorzugsweise an den oben Genannten, welcher, vermöge seiner tüchtigen juridischen Bildung und Verwendbarkeit in Hofsachen, gleichzeitig mit dem bekannten bürgerlichen Emporkömmlinge Hocher, seinen Weg durch den höhern Staatsdienst machte. 1665, 5. Nov., von Kaiser Leopold I. mit dem Prädicate von und zu Lilienberg, Erbherr auf Hacking ausgestattet, kaiserlicher Hofsecretär, innerösterreichischer Referendarius, und als solcher seit 1666 oder 1667 mit einem wichtigen Zweig von Geschäften bedacht (um diese Zeit auch den „neuen“ Rittergeschlechtern eingereiht), – gewann A. einen mächtigen Vorsprung in seiner Laufbahn durch seine Rührigkeit und Geschäftskenntniß in dem verhängnißvollen Processe, den die Magnatenverschwörung Ungarns (1667–70) herbeigeführt. Er wurde eine der Hauptpersonen des Untersuchungstribunals und namentlich in dem Tattenbach’schen Handel verwendet (1670–71). 1674 den „alten“ Rittergeschlechtern einverleibt, war A. ein einflußreiches Mitglied des geheimen Conferenz- oder Minister-Rathes, wie dies z. B. der schwedische Gesandte, Esaias Pufendorf (1675), ferner die gleichzeitigen venetianischen Gesandtschaftsberichte andeuten. Der Sturz des Hofkammerpräsidenten Sinzendorf verschaffte ihm (1679) die Direction der Hofkammer; um dieselbe Zeit wurde er in den Freiherrnstand erhoben. Zwei Jahre später dem Herrenstande einverleibt, Geheimer Rath und Hofkammerpräsident, und hiermit auf der Höhe seiner Laufbahn, resignirte A. 1683 freiwillig auf das letztere schwierige Amt, blieb aber ein Mitglied der geheimen Conferenz, wurde 1684 in den Grafenstand erhoben und erscheint um diese Zeit als Regierungscommissär bei den ungarischen Ständen, starb aber bald darauf. – A. trat auch als rechtshistorischer Schriftsteller auf, und zwar 1668 mit dem 12 Foliobogen starken Tractate u. d. T.: „Kurtze doch wahrhaffte in jure et facto wolbegründete Gegen Deduction der oesterr. Jurium wider die von dem löbl. fürstl. Stifft Bamberg auff gegenwärtigem Reichstag zu Regenspurg abgegebene Informations Schrifft: Specimen facti etc.

Sein Bruder Matthias, Bergwerksbeamter in Steier, Dr. juris und comes palatinus und seit 1652 Mitglied der fruchtbringenden Gesellschaft, schrieb Anekdoten in Proceßform: „Metamorphosis telae judiciariae.“ 1651. 1668. 1712. – „Vivat Unordnung!“ etc. 1669. 1670–75. – „Fiscologia oder Communitätscasse zu Grillenberg.“ 1672. Vgl. Goedeke, Grundriß.

Wißgrill, Schauplatz des landsässigen niederösterr. Adels. Bd. I. S. 44 ff. A. Wolf, Die Hofkammer unter K. Leopold I. (in den Sitzungsberichten d. Wien. Ak. d. W. 1853) und (von dems.): Fürst Wenzel Lobkowitz, (1609–77). Wien 1869.