ADB:Alfter, Bartholomäus Joseph Blasius

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Artikel „Alfter, Barth. Joseph Blasius“ von Leonhard Ennen in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 339–340, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Alfter,_Bartholom%C3%A4us_Joseph_Blasius&oldid=2486767 (Version vom 25. November 2017, 01:55 Uhr UTC)
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Alfter: Barth. Joseph Blasius A., Alterthumsforscher in Köln, geb. 1728, † 26. Nov. 1808. Nachdem er seine Studien am Jesuitengymnasium und in der theologischen Facultät absolvirt hatte, erhielt er eine Vicarie am Andreasstift. Angeregt von Hartzheim, Roderiques, Mörkens, Seil, Hamm, von Hillesheim, Püllen, Klasen, benutzte er seine Mußestunden zu historischen Forschungen und Studien. Mit unermüdlichem Fleiße sammelte er alle ihm erreichbaren auf die Geschichte der Stadt Köln und der Kölner Diöcese bezüglichen Urkunden. Seine Stellung als apostolischer Protonotar erleichterte seine Forschungen und Studien: in dieser Eigenschaft visirte er diplomatische Abschriften und erhielt, zur Einrichtung von Privat- und öffentlichen Archiven berufen, die Erlaubniß, von unbekannten wichtigen Urkunden Abschrift zu nehmen. Hierdurch wurde er in den Stand gesetzt, viele verkehrte Ansichten zu berichtigen und manches Dunkele in helles Licht zu setzen. Für die kölnische Diplomatik, Genealogie, Wappenkunde und Topographie sammelte er eine Menge der werthvollsten Beiträge. Als unter dem Kurfürsten Max Franz eine Menge der besten und seltensten Manuscripte und Bücher an die Bibliothek der neuen Bonner Universität abgegeben wurde, ließ sich auch A. bereit finden, eine bändereiche Anzahl von Manuscripten und Urkunden, theils in Original, theils in Abschrift, diesem neuen Institut zu überlassen. Diese Sammlung, 62 Bände, wurde beim Abzug des Kurfürsten mit den übrigen Schätzen geflüchtet, stand eine Reihe von Jahren im Kloster Wedinghausen bei Arnsberg und kam als Bibliotheca manuscriptorum Alfteriana in die Hofbibliothek nach Darmstadt. A. starb im 80. Jahre seines Alters. Ein Theil der von ihm hinterlassenen bedeutenden Sammlungen wurde in Köln durch den Antiquar Hansen versteigert. Hierunter befand sich eine jetzt im Stadtarchiv befindliche, sehr sorgfältig geschriebene kölnische Chronik mit Handzeichnungen, sowie das Chronikon des Kölner Carthäuserklosters, ein Manuscript, welches manche wichtige Notiz über kölnische Gelehrte[WS 1] [340] und altkölnische Maler enthielt. Den größten Theil der Manuscripte, Urkunden, Siegel-Abdrücke und Landkarten erwarb die Kölner Schulverwaltung für den Preis von 3600 Franken. Mit Ausnahme der Genealogica, welche dem Verwaltungsrath der Studienstiftungen übergeben wurde, befindet sich diese Sammlung seit 1842 in der sogenannten Jesuitenbibliothek zu Köln. Ein vollständiges Verzeichniß der Alfter’schen Sammlung ist in Bremer’s vaterländ. Chronik, Jahrgang II. S. 153 ff., 238 ff., 298 ff., ebenso bei Ersch u. Gruber, Abth. I. Bd. XVIII. S. 182 abgedruckt. Von besonderem Interesse sind darunter: Inscriptiones Colonienses, Alfter’s geographisch-historisches Lexicon, Alfter’s altfränkisches, deutsches, niederrheinisches Wörterbuch, kölnisches Münzbuch mit Federzeichnungen, Insignia Nobilium mit gemalten Wappen.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Im Original: Gelehrt