ADB:Alvinczy de Berberek, Johann Freiherr von

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Artikel „Alvinczy de Berberek, Johann Freiherr von“ von Wilhelm Edler von Janko in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 379, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Alvinczy_de_Berberek,_Johann_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 22. September 2019, 10:43 Uhr UTC)
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Alvincy: Joseph Frhr. v. A. de Berberek, österr. Feldmarschall, geb. 1735 zu Alvincz in Siebenbürgen, † als der letzte seines Geschlechts zu Ofen 25. Nov. 1810. Mit 15 Jahren in Graf Franz Guilais Regiment eingetreten, erwarb er die ersten Lorbeeren im 7jährigen Kriege bei Torgau 1760, Schweidnitz 1761 und Teplitz 1762, zeichnete sich als Oberst des 19. Infant.-Regiments 1773 beim Ueberfall von Habelschwert aus, leitete darauf die militär. Erziehung des Thronfolgers, Erzherzogs Franz. Im Türkenkrieg kämpfte er darauf mit Auszeichnung unter Loudon, ohne jedoch die ihm gewordene Aufgabe der Erstürmung Belgrads lösen zu können. 1789 zum Feldmarsch.-Lieutenant avancirt, nahm er von 1790–95 an den Kämpfen in Belgien und Nordfrankreich Theil, wo er sich 1792 bei Neerwinden und 1794 bei Chatillon, Nouvion, Landrecy, Charleroy und Fleurus hervorthat, auch (21. Mai 1794) zum Feldzeugmeister und Großkreuz des Maria-Theresien-Ordens aufrückte. Hauptsächlich seinen Rathschlägen folgend, entsetzte am 16. Juni 1795 der Herzog von York Charleroy. Noch im selben Jahre ward A. in den Hofkriegsrath berufen. Als jedoch 1796 Beaulieu (s. d.) sich aus der Lombardei nach Tirol zurückziehen mußte und das Commando niederlegte, erhielt A. den Auftrag, die entmuthigte Armee für Wurmser zu reorganisiren, und nachdem er dies mit großem Geschicke vollführt, den Tiroler Landsturm zu formiren. Als aber Wurmser nach der Schlacht von Bassano, 8. Sept. 1796, mit den Ueberresten seiner Armee in Mantua eingeschlossen war, erhielt A. den Oberbefehl über die österr. Armee in Italien, zunächst um Mantua zu entsetzen. Damit begann die bedeutendste und keineswegs ruhmlose, aber freilich auch unglücklichste Periode seiner Laufbahn. Seine Armee, zum großen Theil aus neugeworbenen Soldaten bestehend und ohne die genügende Zahl von Officieren, ermangelte zu sehr des inneren Haltes. Freilich war auch, ihm gegenüber, Bonaparte’s Armee ermattet und sehr zersplittert. Anfangs drang daher A. aus Tirol siegreich vor; vergebens warf sich ihm Bonaparte persönlich bei Caldiero am 12. Nov. entgegen und es bedurfte der dreitägigen Schlacht von Arcoli, 15–17. Nov., um A. zum Rückzug hinter die Brenta zu zwingen (22. Nov.). Als Anfang Januars 1797 die Feindseligkeiten wieder begannen und A. gegen die Etsch rückte, gelang es Bonaparte, der sich zu einer Theilung seiner schwachen Kräfte nicht verlocken ließ, bei Rivoli a. d. Etsch so frühzeitig Stellung zu nehmen, daß er am 14. Jan. die Oesterreicher im Aufmarsch angreifen konnte und sie trotz heldenmüthigster Gegenwehr entscheidend schlug. A. mußte sich hinter die Piave zurückziehen und Wurmser in Mantua am 2. Febr. capituliren. – A., dessen Gesundheit ohnehin unter den Anstrengungen dieses Winterfeldzuges schwankte, ward darauf abberufen, aber zum Zeichen ungetrübten Ansehens beim Kaiser zugleich zum Geheimerath ernannt und mit dem Generalcommando in Ungarn betraut, welchen Posten er bis zu seinem Tode bekleidete. Auch ward ihm das Präsidium der für Reorganisation der Armee niedergesetzten Commission übertragen. – Am 7. Sept. 1808 ward er zum Feldmarschall ernannt.

Oesterr. Milit. Zeitschr. 1813, II. Abth. 2, S. 79 f.