ADB:Amesius, Wilhelm

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Artikel „Amesius, Wilhelm“ von Wilhelm Gaß in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 399, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Amesius,_Wilhelm&oldid=- (Version vom 21. Oktober 2020, 23:30 Uhr UTC)
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Amesius: Wilhelm A., zu unterscheiden von dem gleichnamigen Quäker, ein Engländer aus Norfolk, geb. 1578, † zu Rotterdam 1. Nov. 1633, war anfangs Mitglied des Christ. College zu Cambridge, wurde aber durch seine puritanischen Gesinnungen genöthigt, die dortige Stelle niederzulegen. Er ging nun 1613 nach dem Haag, erlangte nach mancherlei Wechselfällen und Schwierigkeiten eine dauernde Anstellung als Professor der Theologie zu Franeker und wurde zuletzt Lehrer in Rotterdam, starb aber noch im selben Jahr. Durch seine oft edirte „Medulla theologiae“, Amstel. 1627 und andere polemische Arbeiten gehört er in die Reihe der streng reformirten, aber nicht der scholastisch formelhaften Dogmatiker. Er bestritt Remonstranten und Katholiken, und die Letzteren waren der Meinung, daß kein Anderer eine schlechte Sache besser vertheidige. Auch wollte er die praktische Seite der Theologie wieder aufnehmen, daher sein ebenfalls mehrfach herausgegebenes und viel gelesenes Werk: „De conscientia ejusque jure“, Amstel. 1630. Eine Gesammtausgabe seiner Schriften in fünf Bändchen erschien von Matthias Nethenus zu Amsterdam 1658.

v. d. Aa, Biogr. Woordenboek.