ADB:Arnoldi, Johannes von

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Artikel „Arnoldi, Johannes von“ von Rochus von Liliencron in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 591–592, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Arnoldi,_Johannes_von&oldid=- (Version vom 20. August 2019, 04:02 Uhr UTC)
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Arnoldi: Johannes v. A., geb. 30. Dec. 1751 zu Herborn als jüngster Sohn des Professors der Theologie und Bibliothekars Valentin Arnoldi, † zu Dillenburg 2. December 1827. Er bezog 1766 die Akademie seiner Vaterstadt, und studirte 1770–73 in Göttingen. Neben den juristischen Fachcollegien führte ihn ein gewisser Drang zur Polyhistorie zu mannigfachen sonstigen, namentlich historischen Studien. 1795 ward er Secretär beim Landesarchiv in Dillenburg, und seit 1792 war er Mitglied der dortigen Landesregierung. Seit 1796 auch Director des Landesarchivs, ward A. 1801 nach Berlin gesandt um die Oranischen [592] Entschädigungsansprüche zu betreiben. Er stand dort mit Fr. Nicolai und vielen Gelehrten in regem Verkehr und manche Aufsätze von ihm in der „Allg. Deutschen Bibliothek“ stammen aus dieser Zeit. Im Anfang des J. 1803 trat er, als geh. Legationsrath ganz in den Dienst des früheren Erbstatthalters von Holland, nunmehrigen Fürsten von Oranien und Fulda, Wilhelm Friedrichs, der zu Fulda residirte. Bei diesem Anlaß ward er auch geadelt. Seit 1805 war er Mitglied des Geheimerathscollegs. Als aber nach der Schlacht bei Jena das Fuldaer Land von den Franzosen besetzt ward, lehnte er den Eintritt in die neugebildete Landesbehörde ab und begab sich nach erhaltenem Abschied nach Marburg. 1813 begleitete er die vordringenden Truppen der Verbündeten nach Dillenburg, übernahm hier sogleich die Regierung und trat 1814 als wirkl. Geheimerath in die oberste Landesstelle ein, deren Chef er 1815 ward. Als aber 1815 sein Vaterland an Preußen und von diesem großentheils an Nassau überging, erbat und erhielt A. den ehrenvollen Abschied mit vollem Gehalt.

Ein Schüler Gatterer’s, fand er nicht nur in dieser letzten Lebensperiode volle Muße, sondern auch in seinem früheren bewegten Leben immer die Zeit, seiner Neigung für historische und archival. Studien nachzugehen. Von vielen kleineren Arbeiten abgesehen (vgl. die unten cit. Qu.), ließ er 1798 „Miscellen aus der Diplomatik und Geschichte“ erscheinen. In den nächsten Jahren folgte darauf sein bedeutendstes Werk: „Gesch. der Oranien-Nass. Länder und ihrer Regenten“ (B. I. 1799, B. II. 1800, B. III. 1801 und III. 2 1816.) Neben vielen kleineren meist der Reformationszeit angehörenden Arbeiten verfaßte er 1817 „Historische Denkwürdigkeiten.“ Die letzten Jahre verlebte er zu Dillenburg.

Zeitgenossen, Heft 11; N. Nekrol. Jahrgang 1828, S. 8