ADB:Balduin, Christian Adolf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Baldewein, Christian Adolf“ von Alphons Oppenheim in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 3–4, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Balduin,_Christian_Adolf&oldid=- (Version vom 23. August 2019, 22:31 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 2 (1875), S. 3–4 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Christian Adolf Balduin in der Wikipedia
GND-Nummer 120011298
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|2|3|4|Baldewein, Christian Adolf|Alphons Oppenheim|ADB:Balduin, Christian Adolf}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=120011298}}    

Baldewein: Christian Adolf B. (Balduinus), Alchemist, bekannt durch die erste künstliche Darstellung einer phosphorescirenden Substanz, des sogenannten Balduinischen Phosphors, der Sohn eines protestantischen Predigers zu Döbeln bei Meißen, wo er 29. Juni 1632 geboren wurde. Er studirte Jura in Leipzig, Wittenberg und Altdorf, lebte dann in Regensburg, schrieb Lobgedichte auf seinen Fürsten und wurde Amtmann zu Großenhain in Sachsen, wo er im December 1682 starb. Mitglied der Leopoldinischen Akademie unter dem Namen Hermes, gab er in den Verhandlungen derselben heraus: „Phosphorus Hermeticus sive Magnes luminaris“ (1673–74); „Observationes circa regerminationem argenti.“; „Descriptio veneris aureae cum fulmine prope Haynam die 28. May 1677 delapsae“; „Hermes curiosus sive inventa physica-chemica“ (1682). In der ersten dieser Schriften gibt er die Entdeckung seines Phosphors, die charakteristisch für die wunderliche Forschungsart jener Zeit ist. Die Materia [4] prima, die Ursubstanz, aus welcher der Stein der Weisen zu erhalten sei, müsse, so glaubte er, weil sie so schwer zu bekommen, flüchtig und deßhalb in der Luft enthalten sein. Er sättigte nun Kreide mit Salpetersäure, dampfte ein und setzte die feste Masse der Luft aus, deren Feuchtigkeit sie anzog und zerfloß. Das atmosphärische Wasser, das er für den spiritus mundi hielt und das Loth für 12 Groschen verkaufte, destilirte er in Retorten ab. Als hierbei eine Retorte zufällig zerbrach, bemerkte er, daß die feste rückständige Masse, nachdem sie den Sonnenstrahlen ausgesetzt war, im Dunkeln leuchtete. Er hielt die Bereitung seines Phosphors geheim, doch gelang es Kunkel, ihn nachzumachen: siehe dessen Laboratorium chymicum (1716), Kopp’s Geschichte der Chemie, und Poggendorff’s Handwörterbuch.