ADB:Bamberger, Heinrich von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Bamberger, Heinrich von“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 46 (1902), S. 192–193, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bamberger,_Heinrich_von&oldid=- (Version vom 16. September 2019, 23:27 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Baltzer, Richard
Nächster>>>
Bamberger, Ludwig
Band 46 (1902), S. 192–193 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Heinrich von Bamberger in der Wikipedia
GND-Nummer 119034581
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|46|192|193|Bamberger, Heinrich von|Julius Pagel|ADB:Bamberger, Heinrich von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=119034581}}    

Bamberger: Heinrich von B., Professor der medicinischen Klinik in Wien, geboren am 27. December 1822 zu Prag, † zu Wien am 9. November 1888, widmete sich dem Studium der Heilkunde in seiner Vaterstadt und erlangte hier 1847 die Doctorwürde. Zu seiner weiteren Vervollkommnung suchte er noch Wien auf und bildete sich hier besonders unter Skoda und Rokitansky fort. Nach Prag zurückgekehrt fungirte er hier zunächst einige Zeit als Secundararzt am allgemeinen Krankenhause in Prag und dann von 1849—50 als Assistent an der medicinischen Klinik. 1851 übernahm er die Stelle als Assistent bei dem mittlerweile von Leipzig nach Wien berufenen Oppolzer und verblieb hier drei Jahre lang, bis er 1854 einem Ruf als Professor der speciellen Pathologie und Therapie nach Würzburg folgte. Als Oppolzer 1872 starb, wurde B. als dessen Nachfolger nach Wien berufen, wo er bis zu seinem Lebensende verblieb. Bamberger’s Bedeutung liegt vor allem in seiner anerkannten Lehrthätigkeit, die [193] ihm einen weit über die Grenzen seiner Wirksamkeit hinausgehenden Ruf verschaffte. Seine akademischen Vorträge zeichneten sich ebenso sehr durch edle, fesselnde, vornehme Sprache, wie durch den geistvollen Inhalt aus. B. besaß in hohem Grade die Gabe, die klnischen Krankheitsbilder klar und präcise zu zeichnen, in der Darstellungskunst am Krankenbette war er ein vollendeter Meister. Zur Hebung des klinischen Unterrichts an der Wiener Universität hat er außerordentlich viel beigetragen; u. a. ist von ihm auch die Berufung Nothnagel’s ausgegangen. In wissenschaftlicher und schriftstellerischer Beziehung kommen vor allem Bamberger’s Leistungen auf dem Gebiete der Pathologie der Circulationsorgane in Betracht. Seine beiden Hauptwerke sind: „Lehrbuch der Krankheiten des Herzens“ (Wien 1857), „Die Krankheiten des chylopoetischen Systems“ (2. Aufl. Würzburg 1864; auch ins Holländische und Italienische übersetzt). In weiteren, nicht ärztlichen Kreisen wurde B. auch durch seine schöne Monographie über Baco von Verulam (Würzburg 1865) bekannt.

Biogr. Lex. I, 278.