ADB:Basta von Hust, Georg Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Basta, Georg Graf von“ von Wilhelm Edler von Janko in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 131, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Basta_von_Hust,_Georg_Graf&oldid=- (Version vom 25. April 2019, 02:37 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Bast, Friedrich Jakob
Nächster>>>
Bastiari
Band 2 (1875), S. 131 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Giorgio Basta in der Wikipedia
GND-Nummer 129107808
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|2|131|131|Basta, Georg Graf von|Wilhelm Edler von Janko|ADB:Basta von Hust, Georg Graf}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=129107808}}    

Basta: Georg Graf v. B., österreichischer Feldherr, geb. 30. Jan. 1550 zu La Rocca bei Tarent als Sohn eines albanesischen Edelmannes, und † 1612. Er begann seine militärische Laufbahn in den Niederlanden unter Alexander Farnese, der ihn bald auszeichnete und bei allen wichtigen Unternehmungen brauchte. 1598 aber ward er von Kaiser Rudolf II. als Oberbefehlshaber gegen die Bathory’s nach Siebenbürgen geschickt. Zwar hatte Fürst Michael von der Walachei als des Kaisers Verbündeter jene besiegt, ehe B. im Lande erschien, aber jetzt zeigte Michael selbst Lust, das besetzte Land für sich zu behalten.[1] Durch seine rohen Mißhandlungen empört, riefen jedoch die Siebenbürger B. wider ihn zu Hülfe und dieser machte sich durch den Sieg bei Des am 18. Dec. 1600 zum Herren Siebenbürgens. Während aber jetzt Siegmund Bathory sich der Pforte in die Arme warf, wußte Michael sich mit dem Kaiser auszusöhnen, so daß er aufs neue mit B. in Siebenbürgen einrückte, wo sie Siegmunds Feldherrn, den Moses Szekely am 3. Aug. 1601 völlig schlugen. Michael begann das Land, wie ehedem, auszusaugen; da ließ ihn am 6. Sept. 1601 B. in seinem Zelt ermorden, indem er sich mit dem Vorgeben, er habe ein geheimes Einverständniß Michaels mit den Türken entdeckt, rechtfertigte. Zwar erschien sofort Michaels Nachfolger Radul als Bundesgenosse des Kaisers im Feld; dennoch aber mußte sich B. vor den mit Bathory vereinigten Türken gegen Böhmen zurückziehen, bald aber wußte er wieder glücklich vorzudringen und am 29. Juni 1602 durch einen vollständigen Sieg über Moses Szekely bei Weißenburg den Bathory zu neuer Abtretung des Landes an den Kaiser zu zwingen. Hier hauste jetzt B. seinerseits mit so unmenschlicher Härte und Geldgier, daß, als Moses Szekely, der sich nicht unterworfen hatte, sich 1603 zum Fürsten ausrufen ließ, alles Volk ihm zufiel. Doch schon am 22. Juli 1603 ward dieser von Radul bei Kronstadt geschlagen und verlor selbst dort das Leben. – B. führte darauf seit 1604 mit großer Energie und Gewandtheit in Ungarn den Krieg wider die Türken, mußte sich aber vor dem überlegenen Gegner auf Preßburg zurückziehen. Als er gleichwol 1606 dem Kaiser den Frieden, welcher zu Sitvatorok zum Abschluß kam, widerrieth, ward er eigennütziger Absichten hierbei verdächtigt, was ihn veranlaßte, sich ins Privatleben zurückzuziehen. Der Muße seiner letzten Jahre verdankt man zwei kriegswissenschaftliche Werke: „Il maëstro di campo generale“, 1606 und „Governo della cavalleria leggiera“, 1612; das erstere ist 1617, das zweite 1614 deutsch erschienen, übersetzt von de Bry. – Er war ein bedeutender Heerführer, der sich durch Planmäßigkeit und taktischer Genie vor seinen Zeitgenossen auszeichnete.

Schweigerd, Oesterreichs Helden und Heerführer I. 593.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 131. Z. 6 v. o. ff.: Ueber Basta’s Verhältniß zum Fürsten Michael vgl.: W. St. Teutschländer. Michael der Tapfere, ein Zeit- und Charakterbild aus der Geschichte Rumäniens. Wien 1879. [Bd. 10, S. 767]