ADB:Behr, Heinrich

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Artikel „Behr, Heinrich“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 46 (1902), S. 336–337, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Behr,_Heinrich&oldid=- (Version vom 21. Oktober 2019, 13:00 Uhr UTC)
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Behr: Heinrich B., Sänger und Schauspieler, wurde zu Rostock am 2. Juni 1821 geboren. Ursprünglich wollte er Bildhauer werden, entschloß sich aber zur Bühne überzugehen und wandte sich zu diesem Behufe nach Berlin, wo er sich gründlich im Gesang und durch dramatischen Unterricht ausbildete. Durch Meyerbeer und Felix Mendelssohn-Bartholdy empfohlen, erhielt er im J. 1843 eine Stellung als Bassist an der kgl. Oper in Berlin, die er bis zum Jahre 1846 innehatte, in dem er als erster Bassist nach Leipzig berufen wurde. [337] Hier blieb er, gleichzeitig mit der Regie der Oper betraut, bis zum Jahre 1858. Hierauf übernahm er die Leitung des Stadttheaters in seiner Vaterstadt Rostock und vom Jahre 1860–1864 gemeinsam mit Karl August Ritter diejenige des Bremer Stadttheaters. Vom Jahre 1864–1865 wirkte er als Opernregisseur und Geschäftsführer an der deutschen Oper in Rotterdam, 1865–1866 war er Opernregisseur in Köln, 1866–1869 Director des Stadttheaters in Mainz und 1869–1871 unter Laube und Haase Operndirector in Leipzig. Nachdem er nur kurze Zeit an der Spitze des Victoriatheaters in Berlin gestanden hatte, eröffnete er am 1. September 1872 das neue Stadttheater in Köln. Indessen zog er sich schon im J. 1875 von dieser Thätigkeit wieder zurück und trat damit überhaupt von der Bühne ab, um in Leipzig und zeitweilig auch in Berlin als dramatischer und Gesangslehrer zu wirken. Seine Gattin war Ottilie Benedix, eine Schwester des Lustspieldichters. Als Bühnenleiter war er wegen seiner Liebenswürdigkeit und Gerechtigkeit allgemein beliebt und geachtet. Sein Repertoire war sehr umfassend. Er spielte Heldenväter und komische Rollen und leistete im Buffofache, z. B. als Bürgermeister von Sardam, Waffenschmied und Jupiter Hervorragendes. Sein andauerndes Interesse an der ferneren Ausgestaltung der Leipziger Theaterverhältnisse bekundete er dadurch, daß er Mitte Januar 1881 eine Broschüre unter dem Titel: „Ein Beitrag zur Leipziger Theaterfrage“ erscheinen ließ. Er befürwortete darin die Uebernahme des Theaters durch die Stadt und zeigte in einem mit großer Sachkenntniß vom rein fachmännischen Standpunkt ausgearbeiteten „Etat-Entwurf“, wie sich die Verwaltung des Theaters durch einen Fachmann gestalten könnte. Er starb in Leipzig am 13. März 1897, kurz nachdem ihm sein gleichnamiger Sohn Heinrich (geboren zu Leipzig am 29. October 1859), der gleichfalls Schauspieler gewesen war, durch den am 10. Januar in Montreux erfolgten Tod entrissen worden war.

Vgl. Neuer Theater-Almanach. Berlin 1898. S. 159, 169 u. 176. – E. Kneschke, Zur Geschichte des Theaters und der Musik in Leipzig. Leipzig 1864. S. 141, 147. – G. H. Müller, Das Stadttheater in Leipzig. Leipzig 1887. Register.