ADB:Berg, Edmund Freiherr von

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Artikel „Berg, Edmund Freiherr von“ von William Löbe in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 360–361, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Berg,_Edmund_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 18. September 2019, 13:59 Uhr UTC)
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Berg: Edmund Freiherr von B., königlich sächsischer Oberforstrath und Director der Forstakademie zu Tharand, geb. zu Göttingen 30. Nov. 1800, † 20. Juni 1874 in Schandau. Schon in frühester Jugend zeigte sich bei ihm Vorliebe für die Natur, namentlich den Wald. 1810 besuchte er das Gymnasium in Bückeburg, 1815 die Forstakademie Dreißigacker bei Meiningen. Nach zweijährigem Aufenthalt daselbst bezog er zu seiner weiteren Ausbildung die Universität Göttingen, verließ dieselbe aber infolge der damaligen Demagogenverfolgung schon 1818 wieder. Er ging nach Bückeburg, um in den dortigen Forsten in die Praxis eingeweiht zu werden. 1819 besuchte er die hannoverischen Harzforsten und kehrte noch in demselben Jahre nach Göttingen zurück, um die unterbrochenen Studien wieder aufzunehmen; 1820 begab er sich nach Frankfurt a. M., wo sein Vater als Bundestagsgesandter für die funfzehnte Stimme lebte. Von da aus machte er forstliche Reisen nach der Schweiz, Baiern, Würtemberg, an den Rhein. Anträge, als Hülfslehrer an die Akademie Hohenheim zu gehen, lehnte er ab, da es ihn nach dem grünen Walde zog. Er nahm deshalb 1820 die Stelle eines Forstamtsauditors in Clausthal an. 1821 wurde er Hülfslehrer an der Berg- und Forstschule in Clausthal. Er trug Forsttechnologie, Forstinsectenkunde, Jagdnaturgeschichte und Jagdkunde vor. 1826 trat er zuerst als Schriftsteller in Behlen’s[WS 1] „Forst- und Jagdzeitung“ auf. Der Beifall, welchen diese schriftstellerischen Versuche fanden, veranlaßte ihn zur Herausgabe des ersten selbständigen Buches: „Anleitung zum Verkohlen des Holzes“, 1830. 1823 hatte er behufs seiner weiteren forstlichen Ausbildung einen längeren Urlaub erhalten, welchen er zur Bereisung des Thüringer Waldes, des Spessart, des Odenwaldes, Schwarzwaldes, Wiener Waldes, der Steiermark, des Riesen- und Erzgebirges verwendete. Zurückgekehrt wurde ihm zu seinen bisherigen Functionen noch die Stelle des Clausthaler Oberförster- und Forstreferenten im Berg- und Forstamt provisorisch übertragen. 1824 ward er zum Assessor, 1830 zum Oberförster in Clausthal befördert; gleichzeitig übertrug man ihm definitiv die Referentenstelle. 1833 zum Oberförster in Lauterberg ernannt, gründete er hier eine kleine forstliche Privatlehranstalt. B. war einer der Gründer des Harzer Forstvereins (1843). 1844 wählten ihn die Harzer Bergstädte zum Deputirten für die zweite Kammer der Ständeversammlung. Es fallen in diese Periode folgende seiner Schriften: „Leitfaden zum Unterricht in der Jagdkunde“, 1833; „Lauterberg und seine Umgebungen“, 1841; „Das Verdrängen der Laubhölzer im nördlichen Deutschland durch die Fichte und Kiefer“, 1844. Am 1. Oct. 1845 folgte v. B. dem Ruf als königlich sächsischer Oberforstrath und Director der Akademie Tharand als Nachfolger Heinrich Cotta’s. Zu seinen Obliegenheiten gehörte außer der Leitung der Lehranstalt auch die Redaction des „Tharander forstlichen Jahrbuchs“ (3.–16. Band. Dresden 1846 bis 1864). Auch war er Mitglied der Prüfungscommission für den höhern Forstdienst und des Landesculturraths für das Königreich Sachsen. Neben vielen Aufsätzen in verschiedenen Zeitschriften stammt aus dieser Zeit ein größeres Werk: „Die Staatsforstwirthschaftslehre“, 1850. Die akademischen Ferien benutzte v. B. größtentheils zu forstlichen Reisen. 1851 besuchte er Steiermark [361] und Krain, 1854 Schweden und Norwegen, 1855 Finland auf Veranlassung des General-Gouverneur Grafen v. Berg[WS 2], 1859 Galizien und Ungarn, 1860 Elsaß und Frankreich, 1863 Böhmen und Ungarn, 1865 Polen, dahin berufen von dem Statthalter Grafen v. Berg, um Gutachten und Vorschläge über eine zweckmäßige Reorganisation des Forstwesens in diesem Lande abzugeben. Eine Frucht dieser Reisen war die Schrift: „Aus dem Osten der österreichischen Monarchie“, 1860. Unter v. Berg’s lebhafter Theilnahme wurde 1847 der sächsische Forstverein gegründet. Körperliche Gebrechen veranlaßten ihn, um seine Entlassung aus dem Staatsdienste nachzusuchen, welche auch 1866 erfolgte. Doch gönnte er sich keine Ruhe; im Dienste der Wissenschaft machte er fast jedes Jahr eine längere Reise. In der letzten Zeit gab er noch ein größeres höchst werthvolles Werk heraus: „Pürschgang im Dickicht der Forst- und Jagdgeschichte“, 1869; „Geschichte der deutschen Wälder“, 1871.

Vgl. Wissensch. Beil. d. Leipz. Zeitung 1874, Nr. 63.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Behler’s
  2. Friedrich Wilhelm Rembert, Graf von Berg (1790–1874), russischer Feldmarschall und Gouverneur von Finnland.