ADB:Bingen, Andreas

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Artikel „Bingen, Andreas“ von Leonhard Ennen in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 651, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bingen,_Andreas&oldid=- (Version vom 20. Oktober 2019, 11:55 Uhr UTC)
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Bingen: Andreas B., Kölner Buchdrucker, druckte von 1638–1668. Stammte von Eltern, welche von Bingen nach Köln verzogen waren, um hier zum katholischen Bekenntniß überzutreten. Andreas hatte eine gediegene humanistische Bildung erhalten. Einen Beweis seiner tüchtigen mathematischen Kenntnisse lieferte er durch sein „Calendarium perpetuum industriose elaboratum, ita ut non solum diem, mensem et annum, verum etìam lunae et planetarum constellationem demonstret et denotet, inventoris et constructoris Andreae Bingen Coloniensis sumptibus editum“, 1630. Bingen’s erster Druck war ein französisches Gebetbuch. Im Ganzen sind 78 Drucke von ihm bekannt, darunter dreizehn in deutscher, drei in französischer, zwei in italienischer, einer in spanischer Sprache. Viele seiner Werke haben künstlerisch ausgeführte Titelblätter. Sein Druckerzeichen änderte er vielfach: 1643 führte er als Druckerzeichen eine geflügelte Sanduhr, stehend auf einem mit einem Lorbeerkranz umgebenen Buche; ein zweites vom J. 1651 besteht aus einem Monogramm in einem Ring; ein drittes von 1657 zeigt ein dreithürmiges Schloß; ein viertes stellt in einem runden Schilde die verbotene Frucht mit Adam, Eva und der Schlange dar. B. verlegte auch mehrere Bücher, welche in anderen Officinen gedruckt wurden. Andreas wohnte vor den Minoriten in Laureto; er hatte eine Anna Aussem zur Frau. Aus dieser Ehe entsprossen acht Kinder; von diesen hat sich Adolf B. unter den Localgeschichtforschern einen Namen gemacht; er war 1650 geboren und starb 15. Febr. 1721. Er trat nach Absolvirung seiner Studien in den geistlichen Stand und wurde 1671 Dechant von St. Cunibert. In Manuscript hinterließ er eine Chronik dieses Stiftes von den ältesten Zeiten bis zum J. 1739. Diese Chronik kam später in den Besitz des Canonicus von Seil und wurde vor einigen Jahren öffentlich versteigert.

Harzheim, Biblioth. Colon.