ADB:Blittersdorff, Friedrich Freiherr von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Blittersdorff, Friedrich Landolin Karl Freih. v.“ von Friedrich von Weech in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 706–707, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Blittersdorff,_Friedrich_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 21. Mai 2019, 19:23 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Bloccius, Petrus
Band 2 (1875), S. 706–707 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Friedrich von Blittersdorf in der Wikipedia
GND-Nummer 118659065
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|2|706|707|Blittersdorff, Friedrich Landolin Karl Freih. v.|Friedrich von Weech|ADB:Blittersdorff, Friedrich Freiherr von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=118659065}}    

Blittersdorff: Friedrich Landolin Karl Freih. v. B., geb. zu Mahlberg, wo sein Vater Landvogt war, am 10. Febr. 1792, † 1861, besuchte nach Vollendung seiner Gymnasialbildung zu Karlsruhe in den Jahren 1809–1812 die Universitäten Heidelberg und Freiburg und widmete sich der diplomatischen Laufbahn, deren erster wichtigerer Posten die Stelle eines badischen Geschäftsträgers zu St. Petersburg war. Von da 1821 zum Bundesgesandten befördert, bekleidete er diese Stelle bis zum Jahre 1835. Hochbegabt, vielseitig gebildet, von energischer Gesinnung und von streng conservativern Anschauungen durchdrungen, wurde er, als in Baden die kurze liberale Aera des Anfangs der dreißiger Jahre unter dem Druck des reactionären Einflusses der Großmächte zu raschem Ende ging, als Minister der auswärtigen Angelegenheiten in das Staatsministerium berufen, in welchem er bald eine dominirende Stellung einnahm. Wie er als Bundestagsgesandter an dem Zustandekommen aller freiheitsfeindlichen Beschlüsse des Bundestags eifrigsten Antheil genommen, so war auch jetzt sein Hauptaugenmerk auf Schmälerung der Wirksamkeit der Landstände gerichtet. Mit eben so großer Energie wie Geschäftskenntniß trat er der Kammermehrheit gegenüber und setzte, als der vielberufene Urlaubsstreit die Opposition nur vermehrte, im J. 1841 die Auflösung der badischen zweiten Kammer durch. Der mit verstärkten Kräften auftretenden Opposition des Landtags von 1842 trat er mit nicht geminderter Energie entgegen, doch weigerte sich der wohlwollende und durchgreifenden Maßregeln abgeneigte Großherzog Leopold, die von B. gewünschten extremen Maßregeln zu genehmigen. Im November 1843 nahm B. seinen Abschied als Minister und kehrte in seine Stellung am Bundestage [707] zurück, die er bis 1848 inne hatte. Von da an lebte er, vergrämt und verbittert, völlig zurückgezogen in Frankfurt, wo er am 16. April 1861 starb. – B. war ein Mann von großer Begabung und es ist für die Entwicklung seines Lebensganges ein Unglück gewesen, daß es ihm nicht gegönnt war, in einem größeren Staatswesen seine Kräfte zu erproben. Vergebens arbeitete er auf eine Ausdehnung der Bundescompetenz in einem mehr unitarischen Sinne hin. Ueber seine Tendenzen findet sich manche interessante Aufklärung in der Schrift: „Einiges aus der Mappe des Freiherrn von Blittersdorff“, Frankfurt 1849.