ADB:Bocholtz-Asseburg, Johannes Bernhard Graf von

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Artikel „Bocholtz-Asseburg, Johannes Bernhard Graf von“ von Paul Zimmermann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 47 (1903), S. 39–40, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bocholtz-Asseburg,_Johannes_Bernhard_Graf_von&oldid=- (Version vom 23. August 2019, 11:28 Uhr UTC)
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Bocholtz-Asseburg: Johannes Bernhard Graf von B.-A., geboren am 31. August 1833 auf der Hinnenburg bei Brakel, war der jüngste Sohn des 1803 in den Grafenstand erhobenen Hermann Werner v. Bocholtz, auf den durch Familienvertrag und testamentarische Bestimmung die Asseburgischen Güter seines Großvaters, Freiherrn Hermann Werner von der Asseburg, der keinen Sohn besaß, übergegangen waren, und der seitdem den Namen Graf Bocholtz-Asseburg [40] führte († am 8. October 1849); er vermählte sich 1810 mit Franziska Freiin v. Haxthausen, die erst am 12. December 1879 gestorben ist. Ihr Sohn Johannes erhielt die erste Erziehung durch Hauslehrer im väterlichen, streng katholischen Hause und besuchte dann, 18 Jahre alt, die rheinische Ritterakademie zu Bedburg, die er im Herbste 1852 nach Ablegung der Abiturientenprüfung verließ. Im folgenden Jahre trat er in österreichische Militärdienste und wurde Anfang 1854 Unterlieutenant im 6. k. k. Cürassierregimente Graf Wallmoden. Doch schon im März 1856 gab er den Dienst wieder auf, in den er nur angesichts des italienischen Feldzuges im Frühjahr 1859 bis zum Friedensschlusse noch einmal zurückkehrte. Am 4. Juli 1862 ernannte ihn Kaiser Franz Josef zum k. k. Kämmerer; im folgenden Jahre wurde er in die Zahl der Ehrenritter des souveränen Malteserordens aufgenommen. Er hatte sich inzwischen auf dem Gute Godelheim bei Höxter niedergelassen, wo er sich mit Eifer geschichtlichen Forschungen widmete. Ausgangs- und Mittelpunkt derselben war die Geschichte seiner Familie; aber bei der Bedeutung, die diese besessen, und bei dem Umfange und der Gründlichkeit seiner Studien sind seine Arbeiten, die in allen Fachkreisen verdiente Anerkennung fanden, besonders der mittelalterlichen Geschichtswissenschaft zu bleibendem Nutzen geworden. Dies gilt vornehmlich von der Hauptarbeit seines Lebens, dem Asseburger Urkundenbuche, von dem 1876 der erste, 1887 der zweite Band herauskam, und dessen dritter Band (1400–1500) bereits im Drucke war, als ein Schlagfluß dem Leben des Herausgebers am 18. August 1898 ein plötzliches Ende bereitete. Große Verdienste hat sich Graf B.-A. um das Westfälische Urkundenbuch erworben, dessen vierter Band durch ihn in der Stille eine ganz wesentliche Bereicherung erfuhr. Wie für dieses Werk, so war er auch für den Westfälischen Geschichtsverein, dessen Ehrenmitglied er war, und bei Gelegenheit auch für das königliche Staatsarchiv in Münster durch seine eifrige Arbeit, geschickte Vermittlung und einflußreichen Beziehungen, die manches sonst verschlossene Archiv öffneten, unermüdlich thätig, dabei gegen andere Forscher stets hülfsbereit und gefällig. Werthvoll für die Geschichte seines Heimathsgebiets sind seine „Beiträge zur Geschichte der Ortschaften und Sitze des Corveyer Landes“, die in der Zeitschrift des gen. Vereins 1896 erschienen. Sonst hat er einige Aufsätze in der „Zeitschrift für christliche Kunst“ und in den „Historisch-politischen Blättern“ veröffentlicht, unter dem Pseudonym Bernard Ellis auch eine Schrift: „Aus England. Aphoristische Skizzen über Land und Leute“. Mit mancherlei Plänen trug er sich noch für die Zukunft. Er wollte den Stoff seines Asseburger Urkundenbuches zu einer ausführlichen Geschichte ausgestalten, eine Arbeit über Odilie von Fürstenberg schreiben u. s. w. – Verheirathet war Graf B.-A. seit dem 28. Mai 1872 mit Ferdinandine geb. Freiin v. Fürstenberg aus dem Hause Borbeck, die ihn überlebt, Kinder nicht geschenkt hat. Er war ein echt westfälischer Edelmann von streng katholischer Gesinnung, aber feingeistiger Bildung, von stattlicher Gestalt und liebenswürdigen Umgangsformen, politisch ein ehrlicher Legitimist und fest und treu an seiner rothen westfälischen Erde hangend.

Vgl. Der deutsche Herold, Bd. 29 (1898), S. 130. – Braunschweigisches Magazin 1899, S. 201 f. – Zeitschrift f. vaterländ. Gesch. u. Alterth. Westfalens, Bd. 56¹, S. 131 f.; Bd. 57², S. 192 ff.