ADB:Bornhauser, Thomas

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Artikel „Bornhauser, Thomas“ von Hermann Wartmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 175, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bornhauser,_Thomas&oldid=- (Version vom 19. Juli 2019, 06:30 Uhr UTC)
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Bornhauser: Thomas B., theologischer Geistlicher, Staatsmann und Schriftsteller, geb. 1799 zu Weinfelden, † März 1856 zu Mühlheim. – Sohn eines Bäckers und Krämers widmete sich B. mehr aus allgemeinem Drange nach höherer Bildung, als besonderer Vorliebe dem geistlichen Amte. Bedeutungsvoller, als die Besorgung der Pfarreien in Matzingen, Arbon und Mühlheim, ist denn auch für seinen ganzen Lebensgang die Theilnahme an den öffentlichen politischen Angelegenheiten geworden. Durch seine feurige Thätigkeit als Publicist und Volksredner arbeitete er mehrere Jahre auf eine demokratische Veränderung der thurgauischen Cantonsverfassung hin, bis er und seine Freunde es an der Zeit fanden, am 22. Oct. 1830 durch eine große Volksversammlung in Weinfelden das Signal zu der durchaus erfolgreichen Umwälzung zu geben. Schon nach sechs Jahren wurde indeß diese neue Verfassung mit einer von B. als überflüssig erachteten noch neueren vertauscht. Der politische Pfarrer kam durch diese Bewegungen von 1837 in den Hintergrund und lebte 12 Jahre lang in Zurückgezogenheit seinen Musen. Als aber nach dem Sonderbundskriege das thurgauische Volk wieder das Bedürfniß nach einer Verfassungsrevision fühlte, zog es seinen alten Wecker noch einmal aus seinem Stillleben hervor und stellte ihn an die Spitze des Verfassungsraths, der seine Aufgabe zur Zufriedenheit der großen Mehrheit löste. – Die lyrischen, dramatischen und epischen Dichtungen Bornhauser’s sind seiner Zeit viel gelesen worden, doch unbedingt mehr wegen ihrer vaterländischen Stoffe und patriotischen Gesinnungen, als wegen ihrer poetischen Schönheiten.

S. Jakob Christinger, Thomas Bornhauser, sein Leben, Wirken und Dichten für das schweizerische Volk bearbeitet. Frauenfeld 1873. – Hartmann, Gallerie berühmter Schweizer der Neuzeit.