ADB:Brandes, Heinrich Wilhelm

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Artikel „Brandes, Heinrich Wilhelm“ von Karl Christian Bruhns in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 242–243, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Brandes,_Heinrich_Wilhelm&oldid=- (Version vom 18. Juli 2019, 09:37 Uhr UTC)
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Brandes: Heinrich Wilhelm B., geb. zu Groden bei Ritzebüttel 27. Juli 1777 als dritter Sohn des dortigen Predigers, † zu Leipzig 17. Mai 1834, wählte anfangs den Wasserbau als Beruf und erhielt darin 1793 seinen ersten Unterricht von Woltmann, damals Wasserbauconducteur in Ritzebüttel, studirte 1796–98 in Göttingen, war von 1801–11 successive Deichconducteur und Deichinspector am Jahdebusen in Eckwarden im Herzogthum Oldenburg, wurde 1811 Professor der Mathematik an der Universität Breslau und [243] 1826 Professor der Physik in Leipzig. Er war sowol Physiker als Astronom und Mathematiker und beschäftigte sich schon 1798 als Student mit Benzenberg mit Beobachtungen und Berechnungen von Feuerkugeln und Sternschnuppen, worüber beide gemeinsam „Versuche, die Entfernung, die Geschwindigkeit und die Bahnen der Sternschnuppen zu bestimmen“, 1800 publicirten. Ferner befinden sich verschiedene kleine Aufsätze über diesen und verwandte Gegenstände in Gilbert’s und Poggendorff’s Annalen und Bode’s Jahrbüchern. Er ist der Entdecker der Periodicität der im August wiederkehrenden Sternschnuppen und bestimmte 1823 durch Sternschnuppen die Zeitdifferenz zwischen Breslau und Gleiwitz. 1807 veröffentlichte er einen Band von Beobachtungen und theoretischen Untersuchungen über Strahlenbrechung; schrieb über Fata Morgana, irdische Strahlenbrechung und Kimmung in Gilbert’s Annalen etc. Erwähnenswerth sind auch: „Ein Beitrag zur Theorie der Kometenschweife“ (Zach’s Correspond. 1812) und „Ueber die wahre Gestalt des Schweifes des großen Kometen von 1811“ (Bohnenberger’s und Lindenau’s Zeitschrift I. 1816). Er war der erste Astronom, welcher mit einem von Frauenhofer angefertigten Heliometer Beobachtungen anstellte. Bode, Jahrb. 1824. Als populärer Schriftsteller hat er Verdienste durch seine „Vornehmste Lehren der Astronomie in Briefen an eine Freundin“, seine „Unterhaltungen für Freunde der Physik und Astronomie“ und die 1835 nach seinem Tode erschienenen „Aufsätze über Astronomie und Physik“. Von seinen Werken mathematischen Inhalts ist zu nennen: „Geometrie und Trigonometrie“, „Vorbereitung zur höhern Analysis“, „Lehrbuch der höhern Geometrie“ in 2 Bänden etc. aus den Jahren 1816–24. Außerdem hat er sich mit Meteorologie beschäftigt. „Beiträge zur Witterungskunde“, 1820. Meteorologische Bemerkungen in Gilbert’s Annalen.

N. Nekrolog XII. (1834) 396.