ADB:Breidenbach, Wolf

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Artikel „Breidenbach, Wolf“ von Emanuel Leser in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 286, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Breidenbach,_Wolf&oldid=- (Version vom 13. November 2019, 16:53 Uhr UTC)
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Breidenbach: Wolf B., der Vater des vorigen, geb. von jüdischen Eltern in dem Dorfe Breidenbach bei Cassel um das J. 1750, † im Febr. 1829 zu Offenbach. Als junger Mensch kam er nach Frankfurt a. M., um, wie die Begabteren seiner Glaubensgenossen es pflegten, den talmudischen Studien sich zu widmen. Hier soll er durch die Geschicklichkeit, die er im Schachspiel besaß, zuerst Eintritt in die vornehme Welt sich verschafft haben. Er wurde veranlaßt, seine bisherigen Beschäftigungen aufzugeben und ein Wechselgeschäft, mit dem er einen bedeutenden Juwelenhandel verband, zu begründen. Er ließ sich in Offenbach nieder, und nicht nur bei dem hier residirenden Fürsten von Isenburg, dessen Hof- und Kammeragent er wurde, sondern auch an den benachbarten Höfen, besonders an dem kurfürstlich hessischen, der ihn zum Hoffactor ernannte, und an dem hessen-darmstädtischen gewann er Gunst und Einfluß. So war er der geeignetste Vertreter seiner Glaubensgenossen, als sich in Folge der Einwirkungen der Revolution die Aussicht bot, auch von den deutschen Regierungen die Aufhebung des entwürdigenden Judenleibzolls zu erlangen. Seit Anfangs 1803 und während der folgenden Jahre widmete er sich mit dem größten Eifer dieser Aufgabe, und seinen Bemühungen ward nicht nur ein rascher Erfolg, sondern auch allseitige Anerkennung zu Theil. Auch in spätern Jahren wußte er durch Acte der Freigebigkeit und thätigen Hülfe Dank zu gewinnen. Nachrichten von seiner Wirksamkeit enthält die durch ihn veranlaßte Schrift Fr. J. K. Scheppler’s: „Ueber die Aufhebung des Judenleibzolles“ (1805).