ADB:Bucquoi, Georg Franz August Graf von

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Artikel „Bucquoi, Georg Franz August v. Longueval, Graf v.“ von Karl Theodor von Inama-Sternegg in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 496–497, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bucquoi,_Georg_Franz_August_Graf_von&oldid=- (Version vom 22. September 2019, 14:55 Uhr UTC)
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Bucquoi: Georg Franz August v. Longueval, Graf v. B., Freiherr de Vaux, Nationalökonom, geb. zu Brüssel 7. Sept. 1781, † 19. April 1851 zu Prag, bildete sich in der theresianischen Ritterakademie zu Wien und an der Prager Hochschule höchst vielseitig in Geschichte und Staatswissenschaften, wie nicht minder in Mathematik und Naturwissenschaften aus, übernahm im Alter von 22 Jahren die großen Fideicommißgüter seines Oheims in Böhmen, führte auf denselben manche Verbesserungen des Maschinenwesens, der Glastechnik etc. durch; betheiligte sich 1848 an dem Juniaufstande in Prag als eines der Häupter der tschechischen Adelspartei, wurde nach der Uebergabe Prags verhaftet, auf dem Hradschin einen Monat lang gefangen gehalten; mußte nach seiner Freilassung Prag verlassen und hielt sich von da an in seinem Schlosse Rothenhaus auf. Sein Hauptwerk ist die „Theorie der Nationalwirthschaft nach einem neuen Plan und mehreren eigenen Ansichten“, 1815. Dazu drei Nachträge: „Das nationalwirthschaftliche Prinzip oder was zuletzt alle nationalwirthschaftlichen Anstalten bezwecken müssen“, 1816. – „Erläuterung einiger eigner Ansichten aus der Theorie der Nationalwirthschaft“, 1817. – „Begründung des Begriffs vom reellen Werthe in nationalwirthschaftlicher Hinsicht, nebst einer Theorie des Steuerwesens und Technologischem“, 1819. – B. zeigt sich in diesen Schriften als ein selbständig denkender Nachfolger von A. Smith und legt besonders scharf die Unrichtigkeit des Mercantilismus dar, indem er mehr in dem richtigen Verhältnisse und in der Regulirung der productiven Arbeiten und der Consumtion als in abstractem Plus der Production (der sog. Handelsbilanz) das wahre Gedeihen des Volkswohlstandes sieht, Gegner Ricardo’s in der Frage nach der vorwiegenden Bedeutung des Reinertrags, schließt er sich an Malthus sowol hier als auch hinsichtlich der Bemühungen nach einem coulanten Preismaß an, wozu ihm seine Vorliebe für algebraische Formeln und mathematische Deductionen in der Nationalökonomie ganz besondere Anregung gegeben haben mag. – Als Großgrundbesitzer sind seine Ansichten über Grundbesitz wichtig; er befürwortet die Kleinwirthschaft im Landbau, handelt von den wirthschaftlichen Grenzen intensiver [497] Bodencultur und schlägt die Ausgabe eines auf das staatliche Grundeigenthum fundirten (Papier-) Geldes vor.

Archiv f. Geschichte, Statistik etc., Wien 1824. Nr. 95–97. – Deutsche Jahrb. f. Wissenschaft und Kunst, 1841. – Wurzbach II. 209.