ADB:Canstein, Philipp Freiherr von

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Artikel „Canstein, Philipp Freiherr von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 47 (1903), S. 441–442, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Canstein,_Philipp_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 26. Oktober 2020, 01:26 Uhr UTC)
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Canstein: Philipp Freiherr von C., königlich preußischer General der Infanterie, am 4. Februar 1804 zu Eschwege (Hessen) geboren, trat am 1. August 1819 beim 2. Infanterieregimente zu Stettin in den Dienst, wurde am 26. November 1821 Officier und gehörte dann von 1826 bis 1848 dem Cadettencorps an. Während dieser Zeit schrieb er eine „Anleitung, die physischen Erdräume mittelst einfacher Constructionen aus freier Hand zu entwerfen“ (Berlin 1835) und „Blicke in die östlichen Alpen“ etc. (Berlin 1837), auch gab er eine, von einem Texte begleitete „Charte von der Verbreitung der nutzbarsten Pflanzen über den Erdkörper“ heraus (Berlin 1837). Am 16. Januar 1849 kam er als Major im 23. Infanterieregimente nach Oberschlesien, am 29. October 1857 wurde er Commandeur des 11. Infanterieregiments in Breslau, am 22. Juni 1863 erhielt er das Commando der 11. Infanteriebrigade zu Brandenburg a. Havel. Diese befehligte er im [442] nächstfolgenden Jahre während des Feldzuges gegen Dänemark; bei der Eroberung der Düppeler Schanzen am 18. April gehörte seine Brigade zunächst zur allgemeinen Reserve. Als die erste Schanzenreihe genommen war, erhielt er den Auftrag die zweite zu nehmen, welchen er erfüllte; sodann begegnete er wirksam einem Gegenstoße des Feindes; seine Dienste wurden durch Verleihung des Ordens pour le mérite anerkannt. Sein „Bericht über die Betheiligung der 11. Infanteriebrigade an der Erstürmung der Düppeler Schanzen“ ist durch den Druck veröffentlicht worden (Berlin 1864). Auch am Uebergange nach Alsen hatte General v. C. Antheil. Dann übernahm er das Commando der 15. Division zu Köln, welche er 1866 im Feldzuge gegen Oesterreich auf dem böhmischen Kriegsschauplatze im Verbande der Elbarmee befehligte. Er focht hier in der Schlacht bei Königgrätz auf dem äußersten rechten Flügel, welcher den Sachsen gegenüberstand. Nach Friedensschlusse wurde er Gouverneur von Magdeburg. Während des Krieges von 1870/71 vertrat er den Gouverneur von Berlin. 1872 schied er aus dem Dienste, am 5. November 1877 starb er zu Kassel.

Jahresberichte über Veränderungen und Fortschritte im Militärwesen, herausgegeben von v. Löbell IV, 391. Berlin 1878.