ADB:Canton, Gustav Jacob

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Artikel „Canton, Gustav Jacob“ von Hyacinth Holland in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 47 (1903), S. 442, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Canton,_Gustav_Jacob&oldid=- (Version vom 21. Oktober 2019, 05:18 Uhr UTC)
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Canton: Gustav Jacob C., Landschaftsmaler, geboren am 10. Juni 1813, Sohn eines Kaufmanns zu Mainz, kam 1832 nach München und machte von da viele Studienreisen in das altbairische Gebirge, nach Tirol und in die Schweiz, seine artistische Ausbeute zu Gebirgslandschaften und Almscenen verwerthend. Ende der 30er Jahre begab er sich nach Düsseldorf, wo Achenbach, Schirmer, Lessing fördernden Einfluß übten; hier betheiligte er sich mit Randzeichnungen und Radirungen zu den „Deutschen Dichtungen“. Später finden wir C. in England; zu Edinburgh, wo er einen „Reynard the Fox“ illustrirte. Von 1853–57 machte C. eine große Tour durch Italien, Südfrankreich und die Pyrenäen. Seine vielen Studien verarbeitete er dann in Mainz zu sehr anziehenden Bildern, in welchen Landschaft, Menschen und Thierwelt in trefflicher Weise verbunden waren. Von Mainz machte er viele Ausflüge in die bairischen und österreichischen Berge, weilte öfters auch in München, wohin er 1864 bleibend übersiedelte. Hier erschienen seine Arbeiten regelmäßig im Kunstverein, z. B. eine Landschaft bei Palästrina im Kirchenstaate (1866), „Nettuno an der Küste der pontinischen Sümpfe“, eine „Osteria an der Via Flaminia bei Rom“ (1869) – wohldurchdachte Gemälde von fleißiger Ausführung und schöner Farbe. Dann wieder eine „Römische Osteria“ (1872), in Vortrag und Ton ganz an Peter Heß erinnernd; ein „Terracina“ (1873), „Römische Campagnolen mit einer Büffelherde“ (1874,) und 1875 eine Thieridylle vom Starnberger See (Bernried), später wieder „Neapolitanische Fischer“ (1878), eine Scene „Aus Latium“ (1880) und „Bei Borghezza“ (1882). Ein recht warm empfundenes, glücklich componirtes und delicat gemaltes Bildchen „Im Süden“, führt vor die Freitreppe eines Klosters, dessen Mönche einen vorüberziehenden Eseltreiber mit einem Glase Rothwein bewirthen (1883). Das letzte Bild war „Aus Cerbara“ betitelt. C. starb an einer Lungenentzündung am 20. März 1885.

Vgl. Beilage 275 d. Allgem. Zeitg. 4. October 1885. – Kunstvereinsbericht f. 1885, S. 68. – Sein Nachlaß wurde am 19. April 1888 durch den Auctionator F. Steuber versteigert.