ADB:Carolus, Andreas

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Carolus, Andreas“ von Julius August Wagenmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 6–7, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Carolus,_Andreas&oldid=- (Version vom 21. November 2019, 03:25 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Caroli, Nathanael
Nächster>>>
Carondelet, Jean de
Band 4 (1876), S. 6–7 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Andreas Carolus in der Wikipedia
GND-Nummer 115462317
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|4|6|7|Carolus, Andreas|Julius August Wagenmann|ADB:Carolus, Andreas}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=115462317}}    

Carolus: Andreas C., lutherischer Theolog des 17. Jahrhunderts, geb. 1632 im Monat August zu Leibenstadt in Baden, † 1. September 1704 zu St. Georgen im Schwarzwald. Nachdem er seine Vorbildung in der Klosterschule zu Bebenhausen unter J. V. Andreä erhalten, studirte er Theologie in Tübingen, ward Diaconus daselbst, Specialsuperintendent in Urach, zuletzt seit 1686 Abt von St. Georgen und herzoglich würtembergischer Consistorialrath. Mit besonderer Vorliebe kirchenhistorischen Studien sich widmend, schrieb er eine historisch-kritische Erläuterung der Passionsgeschichte und eine Kirchengeschichte des 17. Jahrhunderts unter dem Titel „Memorabilia eccl. seculi XVII.“ 2 Bände. Tübingen 1697 und 1702. 4., im Geiste der strengen lutherischen Orthodoxie, [7] ein Werk, das vielen Beifall fand, aber auch heftig angegriffen wurde (wogegen seine „Epistola apologetica“ v. J. 1703). Vgl. Acta Eruditorum Lips. a. a. 1697 ss. Sein Bild in Bd. I. der Memorab. – Bekannter noch wurde sein Sohn Andreas David C., geb. 29. Juni 1658 zu Calw, † 8. September 1707 zu Kirchheim unter Teck in Würtemberg. Auch er hatte in Tübingen studirt, auf wissenschaftlichen Reisen sich weiter ausgebildet. hatte eine Zeit lang als Adjunct der philosophischen Facultät in Wittenberg docirt, wurde nach seiner Rückkehr in die väterliche Heimath 1687 Diaconus in Tuttlingen, 1689 in Calw, 1693 nach Verbrennung der Stadt durch die Franzosen Diaconus in Nürtingen. 1697 in Freudenstadt, 1707 endlich Stadtpfarrer und Specialsuperintendent in Kirchheim. Veranlaßt durch Gottfried Arnold’s bekanntes Werk (Kirchen- und Ketzerhistorie 1699) und die darin enthaltenen Angriffe auf die altwürtembergische Orthodoxie, schrieb er eine historisch-kritische Arbeit unter dem Titel: „Würtembergische Unschuld oder christliche Prüfung dessen, was G. Arnold von würtembergischen Regenten und Lehrern, besonders Jacob Andreä aufgezeichnet hat.“ Ulm 1708. Auch edirte er des reform. Theologen Dalläus[WS 1] Schrift „De vero usu Patrum“ und schrieb eine dogmatische Abhandlung „De jure Dei in creaturas“ 1683 und „De morte vicaria“ 1686.

Fischlin, Mem. theol. Würtemb. II p. 393 ss. Arnold, Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie. Bd. III. S. 206 u. 334 ff.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Siehe in der Wikipedia den Artikel Jean Daillé (1594-1670), französischer Theologe.