ADB:Christoph (Bischof von Brixen)

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Artikel „Christoph (Fuchs), Fürstbischof von Brixen“ von Franz von Krones in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 239, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Christoph_(Bischof_von_Brixen)&oldid=- (Version vom 23. Oktober 2019, 11:03 Uhr UTC)
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Christoph (Fuchs), Fürstbischof von Brixen 1539, † 1542, entstammte einer alten, besonders im Meran- und im Passeyrthale begüterten Familie des Tiroler Adels. Seine Laufbahn knüpft sich schon an Maximilians I. Zeiten. Diesem Regenten und dessen Enkeln Karl V. und Ferdinand I. diente er als fürstlicher Rath und Statthalter in Innsbruck 1536; zur Zeit, als Ferdinand I. alles um den Besitz Ungarns einsetzen mußte und die Parteibewegung in Deutschland gipfelte, verlor Ch. F. seine Gattin Katharina, Freiin von Maxelrain, durch Tod. Dies Erlebniß und die wachsenden Schwierigkeiten seiner weltlichen Berufsstellung bestimmten den Kinderlosen, geistlich zu werden und eine höhere kirchliche Würde anzustreben, was bei seinen persönlichen Beziehungen und namentlich mit Rücksicht auf seine Gunst bei Hofe nicht allzuschwierig war. So erscheint er schon 1536 als Domherr in Brixen, 1539 also Domdechant, welchem Posten er klüglich entsagte, um sich den Weg zur Bischofswürde hiedurch, so wie mittelst einer Capitulation offen und eben zu halten. In der That wurde er, da der fürstbischöfliche Stuhl erledigt war, noch im gleichen Jahre, 11. Sept. 1539, auf diesen erhoben. Charakteristisch ist es, daß er die drei zur Consecration nothwendigen Bischöfe nicht auftreiben konnte und dieser Act mittelst päpstlicher Ermächtigung durch den vertriebenen Bischof von Chur, Paul Ziegler, und die Tiroler Aebte von Georgenberg und Stams vollzogen ward (21. Dec.). Ferdinand I. bediente sich seiner auch weiterhin zu weltlichen Geschäften. Er sollte Ferdinand bald nach seiner Weihe in die Niederlande begleiten, was er jedoch ablehnte. Doch konnte er sich dem Amte eines Statthalters für ganz „Oberösterreich“, im damaligen Sinne: Tirol und Vorarlberg mit den angrenzenden Besitzungen – nicht entziehen. Es brachte ihm diese Stellung manchen Verdruß, wie seine Klagen und Gesuche um Entlassung beweisen. Am Reichstage zu Regensburg (1541) fehlte er nicht; am Innsbrucker Landtage 1541, 1542 fungirte er als Principalcommissär. In kirchlicher Beziehung war er kein Heißsporn; doch ließ er sich die klerikale Erziehung und Ordnung angelegen sein, wie die Diöcesansynode von 1540 beweist. Gegen einen Coadjutor sträubte er sich längere Zeit, doch ließ er sich endlich einen solchen 1542 in der Person Christophs v. Madruzz, nachmals Cardinalbischofs, gefallen. Er starb den 9. Dec. 1542.

Sinnacher, Beiträge zur Geschichte der bischöflichen Kirche Säben-Brixen in Tirol. VII. Bd. 1530. J. Egger, Gesch. Tirols, II. Bd. 1873. Buchholtz, Gesch. der Reg. Kaiser Ferdinands I. 9 Bde. 1831–1838.