ADB:Cordes, Johann Wilhelm

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Artikel „Cordes, Johann Wilhelm“ von Louis von Ahlefeldt in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 476, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Cordes,_Johann_Wilhelm&oldid=- (Version vom 20. Juni 2019, 11:43 Uhr UTC)
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Cordes: Johann Wilhelm C., Genremaler, geb. zu Lübeck 16. Mai 1824 und † daselbst 17. Aug. 1869, war der Sohn eines angesehenen Kaufmannes. Seine erste Erziehung erhielt er bis zu seinem 14. Jahre in einer Privatschule und auf dem Gymnasium; von hier kam er nach Wandsbeck und Hamburg in Erziehungsanstalten und 1841 nach seiner Confirmation mußte er gegen seine Neigung auf dem väterlichen Comtoir als Lehrling eintreten. Schon als Kind zeigte C. eine entschiedene Begabung für die Kunst, das trockene alltägliche Leben eines Comtoristen mißfiel ihm und wir sehen ihn bereits 1842 gegen den ausdrücklichen Willen seines Vaters nach Prag wandern, um sich dort in der Kunst auszubilden; hier, darauf in Dresden, Frankfurt a/M. und Paris blieb er mit kurzen Unterbrechungen, bis er nach Düsseldorf kam, um dort seine Ausbildung zu vollenden. Den meisten Einfluß auf seine Richtung als Künstler gewann hier sein Meister Lessing. 1856 kehrte C. nach Lübeck zurück und 1860 siedelte er, der ihm innig befreundeten Familie des Barons v. Ahlefeldt-Dehn[WS 1] folgend nach Weimar über, woselbst unter der Leitung des Grafen von Kalkreuth so eben die neue Kunstschule entstand. C. war jedoch nicht zu bewegen, eine ihm angebotene Stellung an der Kunstschule in Weimar anzunehmen. – Schon in Lübeck in den Jahren 1856–60 erwarb sich C. durch zwei größere Bilder, Marinen mit Staffage, die „Schmuggler“ und die „Schiffbrüchigen“ in der Kunstwelt einen geachteten Namen; das letztgenannte Bild, in Petersburg angekauft, brachte ihm die Stellung eines Ehrenmitgliedes der dortigen Akademie und den persönlichen Adel. Zwei anderen Bildern, beide in Weimar vollendet, verdankt C. seinen größten Ruhm. Das erstere, „Die letzte Ehre“ erhielt 1864 in Berlin die goldene Medaille und ward vom Könige angekauft; das zweite, zugleich Cordes’ letztes Bild, „Die wilde Jagd“, erregte auf der großen Ausstellung in Berlin die Bewunderung aller Kunstkenner. Cordes’ größter Wunsch, dies Bild der Nationalgallerie einverleibt zu sehen, ging nicht in Erfüllung, es ging nach Wien in die Gallerie „Gsell“ und ward, als diese verkauft wurde, Eigenthum eines ungarischen Magnaten. – Die Sehnsucht nach seiner geliebten Vaterstadt trieb den schon seit vielen Jahren leidenden Künstler im Frühjahr 1869 nach Lübeck, sein Leiden nahm dort zu und er verschied daselbst im Hause seines Freundes, des Barons v. Seydlitz-Kurzbach.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Baron Friedrich von Ahlefeldt-Dehn (1815–1895).