ADB:Cornelisz, Peter

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Artikel „Cornelisz, Peter“ von Jacob Cornelis van Slee in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 482–483, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Cornelisz,_Peter&oldid=- (Version vom 20. August 2019, 10:11 Uhr UTC)
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Cornelisz: Peter C., Korbmacher zu Alkmaar, wie sein Freund, der bekannte Prediger Johann Arentsz, gehörte zu denen, welche Cornelis Cooltuyns Predigt für die Reformation gewonnen hatte. Bald trat er selbst als Prediger auf, war aber als der Theilnahme am Bildersturm verdächtig, genöthigt die Stadt zu verlassen, als Pastor Elbert Huyck um 1566 seine Ketzerverfolgung anfing. Er machte jetzt im Stillen eine Rundreise durch die Dörfer Nord-Hollands, um seine Glaubensgenossen zu ermuntern und predigte zu Koedyk und bei Enkhuyzen. Noch im selben Jahre predigte er in einer Kirche im Haag, und wirkte, wie es scheint, auch in der Umgegend von Utrecht für die Reformation. 1572 trat er als erster Prediger zu Leyden auf, wo er die Leiden der doppelten Belagerung mit durchmachte und dem Volk im Dankgebete vorging, als die fast schon zum äußersten getriebene Festung sich am Morgen des 3. October 1574 [483] befreit sah. Ebenso war C. der kirchliche Festredner bei Gelegenheit der Universitätsstiftung am 8. Febr. 1575. In Kaspar Coolhaes erhielt er nun einen Mitarbeiter, mit dem er aber bald über dessen Vertheidigung der staatlichen Eingriffe in die kirchlichen Angelegenheiten in heftigen Streit gerieth. In Folge dessen suspendirte der Magistrat ihn 1579, setzte jedoch ihn, wie den Coolhaes, im folgenden Jahre wieder in sein Amt ein, nachdem es gelungen war, einen Ausgleich zwischen den Streitenden zu Stande zu bringen. Bald nachher aber, 1582, folgte er dem Ruf der Gemeinde zu Delftshaven und 1591 wanderte er nach Schiedam. Wie lange er dort das Predigeramt versah, ist streitig. Schon 1596 traf Cornelis van Hille ihn als Prediger zu Alkmaar, und noch 1610, als die Streitigkeiten mit Venator diese Gemeinde berührten, finden wir ihn dort. Damals war er zu hohen Jahren gekommen, weshalb der Magistrat ihn seines Amtes enthob. 1619 lebte er noch dort. Als Schriftsteller ist er nicht aufgetreten, um so mehr aber verdankt die Reformation der Niederlande seiner praktischen Thätigkeit.

Vgl. Glasius, Gesch. der Nat. Synode I. p. 63. 164. Meiners, Oostvriesl. Kerkel. Gesch. I. p. 384.