ADB:Crüger, Theodor

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Artikel „Crüger, Theodor“ von Clemens Brockhaus in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 625–626, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Cr%C3%BCger,_Theodor&oldid=- (Version vom 20. Oktober 2019, 16:56 Uhr UTC)
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Crüger: Theodor C., lutherischer Theolog, geb. in Stettin 1694, studirte zu Jena und Halle, wo er in näheren Verkehr mit Thomasius trat, ein Verhältniß, das zu der Schrift „Summarische Nachrichten aus der thomasischen Bibliothek von auserlesenen mehrentheils alten Büchern“, 1715 Veranlassung gab, und ging im J. 1717 nach Wittenberg, promovirte daselbst 1719 und wurde Adjunct der philosophischen Facultät und Candidat der Theologie; 1721 wurde er Rector zu Lucca in der Niederlausitz, erhielt darauf einen Ruf als Prediger nach Stettin, dessen Annahme ihm aber, weil er nicht in Berlin studirt hatte, nicht gestattet wurde; 1727 wurde er erster Prediger und Schulinspector zu Kirchhayn in der Niederlausitz, 1732 Superintendent in Colditz, 1735 in Chemnitz, 1737 erhielt er die theologische Doctorwürde in Wittenberg und starb am 1. Juni 1751. Seine theologischen Schriften behandeln namentlich kirchenhistorische und dogmatische Fragen. Zu den ersteren gehören die „Commentatio de veterum Christianorum disciplina arcani“, 1727, in der er die Geheimhaltung der Abendmahlsfeier in den ersten christlichen Jahrhunderten bespricht, das „Schediasma historicum exhibens selectas observationes, quae faciunt, ad illustrandam historiam censurae ecclesiasticae etc.“, 1719; die „Commentatio historica de successione continua pontificum Romanorum secundum vaticinia Malachiae Archiepiscopi Armaghani a dubiis Menetrierii Sarrierii aliorumque vindicata“, 1723, eine anziehende und gründliche Monographie. Das dogmatische Gebiet wird von C. namentlich in der „Declaratio pro precibus Christi“ und in der „Introductio in Christologiam moralis et jus divinum naturae Christi humanae“, 1732 betreten. Beide Werke entstanden in einem theologischen Streite, in den C. mit Dr. Haferung in Wittenberg, unter dessen Leitung er als Licentiat 1729 disputirte, verwickelt wurde, und sind zu dem Erweise geschrieben, daß Christus für seine Person weder das Gebet, noch das Halten des Sittengesetzes nöthig gehabt habe, was Haferung zum großen Aergerniß der Facultät behauptet und in einer sehr groben [626] Polemik gegen C. durchzuführen gesucht hatte. In demselben Gedankenkreise bewegt sich auch die Dissertation „Μελέτεμα περὶ τῆς ἀποσυναγωνείας τοῖ Χριστοῦ sive de Christo, dum in vivis fuerit, censurae Judaeorum immuni“, 1741. Ethischen Inhalts ist die Schrift: „Apparatus theologiae moralis Christi et renatorum“, 1747. Außerdem beschäftigte sich C. in Lucca mit der Geschichte der Lausitz, so in den „Origines Lusatiae complect. Historiam Geronis I. Lusatiae inferioris Marchionis“, 1721 und „Prodromus annalium Luccavensium“, 1727.