ADB:Derschau, Christoph Friedrich von
Christian Reinholds; geb. 12. Jan 1714 zu Königsberg in Preußen, studirte auf der dortigen Universität besonders Philosophie und Mathematik und wurde Mitglied der dortigen deutschen Gesellschaft, ging nach achtjährigem Aufenthalte nach Berlin und begab sich dann in den Jahren 1735 und 1736 auf Reisen, namentlich nach Holland. Nach seiner Zurückkunft begegnete er in Berlin dem König Friedrich Wilhelm auf der Straße, erhielt den Befehl, sich ihm zu nähern, und wurde zum Fähndrich ernannt; als solcher machte er die ersten Feldzüge des schlesischen Krieges mit. Ging 1742 als Lieutenant ab und wurde Consistorialrath und Assessor der Oberamtsregierung zu Glogau, 1749 geheimer Regierungsrath zu Cleve, 1751 Regierungspräsident zu Aurich und erhielt auf sein Ansuchen 1785 seine Dienstentlassung, worauf er sich auf sein Landgut zu Wilhelminenholz bei Aurich zurückzog und daselbst am 14. Dec. 1799 starb. Er machte sich durch mehrere gedruckte Dichtungen bekannt. Friedrich d. Gr. zählte ihn in seiner Schrift „Ueber die teutsche Litteratur“, Berlin 1750, wegen seines Gedichtes über die zu Emden errichtete Handelscompagnie zu den vorzüglichsten Dichtern seiner Zeit. Unter seinen Schriften ist zu nennen: „Orest und Pylades“, ein Trauerspiel, 1757; „Lutheriade“, 1769, 2. Auflage unter dem Titel: „Die Reformation“, 1781, 3. Aufl. 1797; „Poetisches Andenken an meine Freunde“, 1772; „Betrachtungen eines Greises über die Religion“, 1785; „Kleine theologische Aufsätze eines Layen“, 1792 etc.
Derschau: Christoph Friedrich v. D., Dichter, ein Neffe des