ADB:Detmar (Bischof von Osnabrück)

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Artikel „Detmar (Thietmar), Bischof von Osnabrück“ von Adolf Schaumann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 82, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Detmar_(Bischof_von_Osnabr%C3%BCck)&oldid=- (Version vom 19. Oktober 2019, 12:42 Uhr UTC)
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Detmar (Thietmar), Bischof von Osnabrück 1003–23, war einer der gelehrtesten Männer seiner Zeit und, nach dem Zeugniß des Geschichtschreibers Ditmar von Merseburg, sowol wegen dieser Eigenschaft, als auch wegen seiner übrigen Vorzüge von seinen Zeitgenossen geachtet und geehrt. In Obersachsen geboren, ward er auf der Domschule zu Magdeburg gebildet und daselbst zum Canonicus befördert. Erzb. Gieseler schätzte ihn sehr und trat ihn ungern dem Erzbischof Willigis von Mainz ab, der ihn in seine Dienste zu nehmen wünschte. Kaiser Heinrich II. jedoch fesselte ihn an seine Person, indem er ihn zum Propst in Aachen machte. Als osnabrückische Gesandte hierher zum Kaiser kamen, um nach dem Tode Wodilulfs einen neuen Bischof für ihr Stift zu erbitten, waren für D. alle Stimmen, und Erzbischof Heribert von Köln vollzog an ihm die Weihen. Als solchem begegnen wir ihm auf den Kirchenversammlungen zu Dortmund 1005 und Frankfurt 1007, sowie auf den Reichstagen zu Grone 1013 und Dortmund 1016. Auch war er bei Einweihung der von Kaiser Heinrich II. gestifteten Kirche zu Bamberg zugegen. In Osnabrück gründete er 1011 das Collegiatstift Johannis des Täufers sowie die Dombibliothek, welcher er 50 mit eigener Hand geschriebene Bücher schenkte. Er starb erblindet 18. Juni 1023. Es gab eine von ihm selbst verfaßte eigene Lebensbeschreibung, die leider verloren gegangen ist. Bei seinen gelehrten Studien und allen Sorgen seines Amtes hat er auch der Poesie gehuldigt, sowie auch eine poetische Grabschrift sein Andenken am Orte seiner Wirksamkeit erhält.

Möser, Osnabr. Gesch. Th. II. S. 24