ADB:Dicastillo, Johannes de

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Artikel „Dicastillo, Johannes de“ von A. Weiß. in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 116–117, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Dicastillo,_Johannes_de&oldid=- (Version vom 15. Oktober 2019, 06:39 Uhr UTC)
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Dicastillo: Johannes de D., Jesuit von spanischer Herkunft, geb. in Neapel 1585, † in Ingolstadt 6. März 1653. Er war 25 Jahre als Lehrer der Theologie in Toledo und Murcia, und dann in Wien thätig. Von hier aus war er allerdings noch einmal nach Italien zurückgeschickt worden, von dort kam er wieder zurück und verbrachte seine letzten Tage als Leiter der theologischen Studien zu Ingolstadt, ohne indeß der Universität selber anzugehören. Er genoß als Moralist in den Schulen ein nicht geringes Ansehen. Unter seinen umfänglichen Werken ist namhaft zu machen das große in drei Foliobänden erschienene „De sacramentis“ (Antwerpiae 1646–52) und besonders sein Hauptwerk: „De jure et justitia“, 1641. Eine Eigenthümlichkeit des Mannes ist die, recht im Gegensatze zu der Sitte der Zeit stehende Abneigung gegen die Widmung seiner Schriften an hochmögende Herren. Vor jedem seiner Bände gibt er derselben Ausdruck. Er widme seine Werke den Lesern. Er brauche keine mächtigen Beschützer für sie, namentlich keine Fürsten, aber er wünsche, daß sie gelesen werden. Welcher Vernünftige werde, wenn er die Gesetze der Karthäuser kenne, diese zu einem üppigen Mahle von Fleischspeisen laden! Er weiß ja, daß sie davon nichts genießen werden. Wer werde einem Tauben Anekdoten oder ein Musikstück vortragen wollen! Der kann ja doch nichts hören, mag es noch so anziehend sein. Gerade so aber handelten die, welche an Fürsten ihre gelehrten [117] Werke richten. Denn lesen werden diese in ihnen nie etwas. Und, wenn es einen wissenschaftlichen Streit gibt, dem Verfasser auch nicht beispringen. Manche hoffen zwar ein Geschenk dafür zu erhalten, verrechnen sich aber nicht selten so sehr, daß sie nun erst noch mehr Ausgaben haben. Denn die vornehmen Herren lassen sich ihr Wappen zum Danke für die Annahme der Widmung, natürlich auf Kosten des geehrten Verfassers, stechen und dem Buche vordrucken. Dann darf er es in kostbare Seide binden lassen, und der Lohn ist, wenn es hoch kommt, ein gnädiges Lächeln.

Backer, Bibl. des écriv. de la C. de J., I. 264. Sotwell, Script. S. J. v. Joannes Dic. Mederer, Annales Ingolst., II. 334 sq.
A. Weiß.