ADB:Dietz, Friedrich Reinhold

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Dietz, Friedrich Reinhold“ von August Hirsch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 210–211, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Dietz,_Friedrich_Reinhold&oldid=- (Version vom 23. August 2019, 05:22 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Dietz, Feodor
Nächster>>>
Dietz, Ludwig
Band 5 (1877), S. 210–211 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Friedrich Reinhold Dietz in der Wikipedia
GND-Nummer 116116412
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|5|210|211|Dietz, Friedrich Reinhold|August Hirsch|ADB:Dietz, Friedrich Reinhold}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116116412}}    

Dietz: Friedrich Reinhold D., Arzt, 1804 in Königsberg in Pr. geb., hatte hier, nachdem er sich eine vorzügliche philologische Ausbildung zu eigen gemacht, Medecin studirt und 1826 die Doctorwürde erlangt; auf Grund der von ihm veröffentlichten (später in Leipzig 1827 erschienenen) Inaugural-Dissertation „Ἱπποϰϱάτους πεϱὶ ἱϱῆς νούσου βίβλιον“, einer griechisch-lateinischen, mit Varianten und Commentaren versehenen Ausgabe der in der hippokratischen Sammlung enthaltenen Schrift über die Fallsucht, wurden D. von der preußischen Regierung die Mittel gewährt, eine wissenschaftliche Reise durch Frankreich, Italien, England und Spanien zu dem Zwecke anzustellen, Forschungen über die in den großen Bibliotheken befindlichen Manuscripte der griechischen und arabischen Aerzte und vorzugsweise vergleichende Untersuchungen über den Text der Handschriften anzustellen. Nach seiner 1833 erfolgten Rückkehr in die Heimath wurde er zum Prof. extraord. und Secundärarzt am Krankenhause ernannt, starb aber schon am 5. Juni 1836, nachdem er kurz zuvor Prof. ord. und Director des Krankenhauses geworden war. – Die aus seinen Collectaneen bearbeiteten Schriften Dietz’ gehören mit zu den bedeutendsten Leistungen der neuesten Zeit auf dem vom Verfasser cultivirten Gebiete der Geschichte der [211] Medicin; schon 1830 veröffentlichte er in „Analecta med. ex libris mss. primum edita. Fasc. I.“ einen Auszug aus der Materia medica des Ibn Beithar mit Anmerkungen zu Dioskorides und Mittheilungen über mehrere in englischen Bibliotheken befindliche medicinische Sanskritschriften, ferner „Galeni de dissectione musculorum et de consuetudine libri“, 1832, griechische Ausgabe der genannten Schriften, von welchen die letztgenannte (πεϱὶ ἐϑῶν) hier zum ersten Male im Urtext veröffentlicht ist, mit einer Anzeige der Resultate, zu welchen Verfasser auf seiner fünfjährigen Reise bezüglich der Kritik des Textes in der hippokratischen Sammlung gelangt ist, sodann „Apollonii Citiensis, Stephani, Palladii, Theophili … et aliorum scholia in Hippocratem et Galenum“, 2 Tom. 1834, eine sehr werthvolle, mit der gründlichsten Kritik und Umsicht bearbeitete Sammlung (erste Ausgabe im Urtexte), endlich „Sorani Ephesii de arte obstetricia morbisque mulierum quae supersunt“, 1838, erste Ausgabe dieser classischen Schrift, nach dem Tode des Verfassers mit einem Vorworte und Zusätzen versehen, von Lobeck edirt. – Von seinen sehr umfangreichen Collectaneen, die zu verwerthen der frühe Tod den Verfasser hinderte, soll sich noch ein Theil auf der königl. Bibliothek in Königsberg befinden.