ADB:Drexel, Jeremias

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Artikel „Drexel, Jeremias“ von Karl Werner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 386, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Drexel,_Jeremias&oldid=- (Version vom 23. Oktober 2019, 21:22 Uhr UTC)
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Drechsel: Jeremias D., geb. 1581 zu Augsburg, trat in seinem 17. Lebensjahre in den Orden der Gesellschaft Jesu ein, wurde nach Vollendung seiner Studien zum Lehrer der Rhetorik bestellt, und war sodann 23 Jahre hindurch Hofprediger des baierischen Kurfürsten Maximilian I.; er beschloß sein Leben in München 1638. Die von ihm in der Münchener Hofkirche gehaltenen geistlichen Reden sind das beste, was die homiletische Litteratur des katholischen Deutschlands aus dem 17. Jahrhundert vorzuweisen hat; sie sind zugleich auch charakteristisch für den Ton der damaligen Zeitbildung so wie für die Persönlichkeit des Redners als gewesenen Lehrers der Rhetorik in einer von den Jesuiten geleiteten lateinischen Schule. Von tiefem sittlichen Ernste durchdrungen und durchweg auf die ewigen großen Grundwahrheiten des Christenthums verweisend, fanden sie auch in protestantischen Kreisen Eingang und Anklang; das baierische Volk verehrte den ernsten eindringlichen Mahner als einen Heiligen, und in der That ist die Schule einer streng ascetischen Erziehung auch in den mit allen Mitteln einer erfindungsreichen Rhetorik ausgestatteten Reden nicht zu verkennen. Für den Geschmack seines Zeitalters sind zum Theil schon die Titel bezeichnend, in welchen die Themata seiner Reden und Redecyklen angegeben sind: „Zodiacus christianus“, „Nicetas seu triumphata incontinentia“, „Heliotropium“ (Gleichförmigkeit des menschlichen Willens mit dem göttlichen), „Orbis Phaëton“ (Zungensünden), „Aloë amari sed salubris succi“ (Fasten), „Gazophylacium Christi“ (Wohlthätigkeit) etc. Ueber die Methode, nach welcher D. den Gedankenstoff, die Bilder und Exempel für seine Vorträge sammelte, gibt er selber Aufschluß in der seinen übrigen Werken eingereihten „Aurifodina artium et scientiarum d. i. Anleitung über die richtige Methode zu excerpiren“, für welche er Plinius und Aulus Gellius, Justus Lipsius, Martin Del Rio und Jacob Pontanus als Muster aufstellt. Seine gesammelten Werke erschienen lateinisch zu München 1628 und 29, Mainz 1643, 47 und 51, Antwerpen 1643 und 60; deutsch zu Mainz 1645, München 1660, Würzburg 1657 und 62, Frankfurt 1666; italienisch in Rom, 16 Bde.