ADB:Du Mont, Marcus

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Du Mont, Marcus Theodor“ von Ernst Kelchner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 464–466, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Du_Mont,_Marcus&oldid=- (Version vom 22. Oktober 2019, 16:59 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 5 (1877), S. 464–466 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Marcus DuMont in der Wikipedia
GND-Nummer 132887932
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|5|464|466|Du Mont, Marcus Theodor|Ernst Kelchner|ADB:Du Mont, Marcus}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=132887932}}    

Du Mont: Marcus Theodor D. wurde am 10. Jan. 1784 zu Köln geb. In dem dreigekrönten Gymnasium und später auf der von den Franzosen errichteten Centralschule erhielt er den ersten wissenschaftlichen Unterricht. Dann wurde die Hochschule zu Münster mit dem Anfange des 19. Jahrhunderts bezogen, hierauf ging er nach Würzburg und später nach Göttingen. Während er nun in Münster Philosophie studirte, beschäftigte er sich in Göttingen und Münster mit dem Studium der Rechtswissenschaft. Nach vollendeten Studien kehrte er nach seiner Vaterstadt Köln zurück. Hier fand er bald Gelegenheit, seinen juristischen Scharfsinn einer Prüfung zu unterwerfen, indem er in einem Processe, welche die französische Domänenverwaltung gegen die Canonici, wegen deren Häuser, angestrengt hatte, obsiegte und zwar durch eine Abhandlung, welche die Sach- und Rechtsverhältnisse mit großer Klarheit und Gründlichkeit auseinander setzte und dadurch nicht ohne Einfluß auf die Entscheidung blieb, die der französische Kaiser im J. 1807 durch Decret von Danzig aus zu Gunsten der Stiftsherren fällte. Im J. 1805 vermählte er sich mit Maria Katharina Jacobina Schauberg, geb. zu Düsseldorf am 2. Febr. 1779, † am 25. März 1845 zu Köln, welche aus einer Buchdruckerfamilie stammte, denn im J. 1626 gründete Bertram Hilden die Hilden’sche Buchdruckerei zu Köln, welche 1735 Gereon Arnold Schauberg übernahm und mit seiner eigenen vereinigte. Nach Gereon Arnolds Tode ging die Druckerei unter der Firma Schauberg’s Erben an seine Tochter Dorothea über. Dieselbe war an den Professor der Medicin Dr. Mann verheirathet, welches Ehepaar die Druckerei fortsetzte, und als im J. 1781 der Dr. Mann starb, führte die Frau bis zu ihrem am 24. Oct. 1789 erfolgten Tode das Geschäft weiter, wo es dann an die Kinder des in Düsseldorf verstorbenen Notars Gereon Caspar Schauberg überging. Die Bücher der Schauberg’schen Druckerei fanden ihren Absatz hauptsächlich in der Stadt Köln selbst und auf den benachbarten Jahrmärkten. Einen ausgedehnteren Leserkreis suchten sie nicht, weswegen Schauberg auch die Frankfurter Buchhändlermesse nicht mit den Erzeugnissen seiner Pressen besuchte; denn da der Verkehr mit den Sortimentsbuchhandlungen damals noch nicht geregelt war, mußten die Verleger sich noch mit dem Verkauf ihrer eigenen Erzeugnisse befassen. Doch neben dem Betriebe des Verlages beschäftigte er seine Presse auch mit dem Drucke der lateinischen Zeitung, welche unter dem Namen „Ordinaria relatio diaria“ bekannt ist, und der „Reichs-Ober-Post-Amts-Zeitung“, wie denn überhaupt seit der Mitte des 16. Jahrhunderts das Zeitungswesen in Köln in hoher Blüthe stand. Diese Druckerei nun kaufte im J. 1808 Marcus D. den Schauberg’schen Erben um die Summe von 1400 Reichsthalern ab, nebst der seit 1802 von den Erben Schauberg und dem Nicolaus Du Mont besessenen Kölnischen Zeitung. Er übernahm nun die Redaction des Blattes und es gewann dasselbe unter seiner Leitung [465] einen bedeutenden Aufschwung; doch nach dem Willen des französischen Gewalthabers sollte die einzige Zeitung des Departements in der Präfecturstadt Aachen ausgegeben werden, daher im August 1809 das Blatt eingehen mußte. Als er sich bei dem Kaiser Napoleon gegen diese Rechtsverletzung durch ein sehr energisch gehaltenes Promemoria beschwerte, erhielt er die Erlaubniß, ein Anzeigeblatt nebst dem Mercure de la Roër herauszugeben und erhielt außerdem eine jährliche Unterstützung von 4000 Frcs. aus öffentlichen Fonds. Auch dieses Blatt brachte er durch seine Kenntnisse und Verbindungen in nicht langer Zeit zu einem gewissen Ansehen. Doch unmittelbar nach dem Sturze des französischen Zwingherrn, nach einer fünfjährigen Unterbrechung, war es D. vergönnt, seine Kölnische Zeitung wieder erscheinen zu lassen; einen Tag nach dem Einzug der Alliirten in Köln, Sonntag den 16. Jan. 1814, übergab er die erste Nummer seinen befreiten Mitbürgern. Im J. 1815 gründete Marcus D. mit seinem Freunde J. P. G. W. Bachem eine Buchhandlung, nach dem Muster der besten deutschen Buchhandlungen eingerichtet, und das erste Verlagsunternehmen der neuen Firma war: „Keine Volksrepräsentation in den teutschen Bundesstaaten, mit Bezug auf die wohlerworbenen Rechte des Adels“, als Verlagsort war Germanien 1816 angegeben. Doch bald fand sich, daß die beiden Gesellschafter mit ihren Ansichten in verschiedenen Fragen nicht übereinstimmten und so wurde 1818 der Gesellschaftsvertrag gelöst; die Theilhaber trennten sich in Freundschaft und Frieden, indem jeder von ihnen sein Geschäft auf eigenen Namen fortsetzte, D. unterm 1. April 1818 die „Du Mont-Schauberg’sche Buchhandlung“ eröffnete. Das Geschäft dehnte sich sehr aus, so daß er im J. 1820 eine Filiale nach Aachen legen konnte, welche bis zum 31. Juli 1836 unter der nämlichen Firma und für seine Rechnung geführt wurde. Marcus D. starb am 24. Novbr. 1831 viel und tief betrauert, sein Sohn Joseph, obgleich erst 20 Jahre alt, übernahm das Geschäft sowol als auch die Leitung der Kölnischen Zeitung und die gesetzliche Verantwortlichkeit für die Redaction. Er war 1829 in das Geschäft des Buchhändlers Friedrich Fleischer zu Leipzig, nachdem er gründliche Vorbildung genossen hatte, zur Erlernung des Buchhandels eingetreten und, nachdem er seine Lehre bestanden, noch zu seiner weiteren Ausbildung als Gehülfe in das Geschäft des Buchhändlers Friedrich Pustet in Regensburg gegangen. Sein Hauptaugenmerk richtete Joseph D. auf seine Kölnische Zeitung, um ihr Ansehen und ihren Absatz immer mehr zu erhöhen, und er hatte denn auch die Freude, den Absatz derselben bis auf 17388 Exemplare zu bringen, nachdem er das Blatt bedeutend vergrößert und in vielen Theilen verbessert hatte. Die Mutter, welche bis zum 1. Jan. 1845 sämmtliche Geschäfte des Verlags-, Sortiments- und Zeitungsvertriebes mit ihrem Sohne Joseph geführt hatte, übergab an demselben Tage das Geschäft mit allem Zubehör ihren beiden Söhnen Joseph und Michel zu gemeinschaftlichem Eigenthum. Der 25. März 1845 endete das Leben der thätigen Frau, der man einen nicht geringen Antheil an dem blühenden Aufschwunge des Geschäftes zuerkennen mußte, da ihr praktischer Verstand, ihre kaufmännische Klugheit und ihr energischer Wille sich mit den gewiegten Kenntnissen und den großen geistigen Fähigkeiten ihres Mannes vereinigt hatten. Wenn der Mann abwesend war, so ließ das Geschäft, sowol die Buchhandlung und Druckerei als auch das Zeitungsbureau, die männliche Leitung nicht vermissen, mit Kraft und Entschiedenheit stellte dann sie sich an die Spitze des ganzen Unternehmens. Bis zum J. 1847 wurde das Geschäft gemeinschaftlich von den beiden Brüdern getrieben und von da an übernahm Michel, welcher schon seit 1844 in der Buchhandlung thätig war, die Führung der Verlags- und Sortimentsbuchhandlung, während Joseph sich allein mit der Leitung der Zeitung und der Druckerei befaßte. Joseph D. † am 3. März 1861. [466] Mit dem J. 1862 ging das Zeitungsgeschäft und die Druckerei eigenthümlich auf seine Erben über. Sein Bruder Michel ist heute noch der Besitzer und Leiter der Verlags- und Sortimentsbuchhandlung.

Vgl. Die Familien Du Mont und Schauberg in Köln, Köln 1868. Ennen, Zeitbilder aus der neueren Geschichte Kölns, Köln 1857.