ADB:Duve, Johann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Duve, Johann“ von Ferdinand Frensdorff in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 500, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Duve,_Johann&oldid=- (Version vom 24. Juli 2019, 00:58 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 5 (1877), S. 500 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Johann Duve in der Wikipedia
GND-Nummer 135729653
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|5|500|500|Duve, Johann|Ferdinand Frensdorff|ADB:Duve, Johann}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=135729653}}    

Duve: Johann D., Gottschalk Duve’s Sohn, geb. zu Hannover 8. März 1611, stammte aus einer Familie, die seit mehr als zweihundert Jahren dem Krameramt der Stadt angehörte. Auch er erlernte in den Jahren 1626–1633 in Hamburg bei dem Kaufmann Schlegel die Kaufmannschaft und den Seidenhandel und führte dann selbst ein gleiches Geschäft in Hannover fort. Im J. 1643 wurde er fürstlicher Oberbergfactor und behielt die Pachtung, vermöge deren ihm der Vertrieb der Ausbeute des Harzes oblag, 27 Jahre, obschon er nach seinen eigenen Angaben das Geschäft nur die ersten 18 Jahre ohne Schaden, die letzten neun mit einem Vermögensverlust von 50000 Thalern führte. Das Andenken der Nachwelt hat sich D. durch die patriotisch selbstlose Gesinnung gesichert, mit der er seinen Reichthum für das Wohl seiner Mitbürger und die Hebung der damals erst recht emporkommenden Vaterstadt verwendete. 1643 stiftete er ein Armen- und Waisenhaus außerhalb des Steinthores zur Aufnahme von 60 Waisenkindern und 40 gebrechlichen und bedürftigen alten Leuten. Für verschiedene Kirchen der Stadt sorgte er durch Bauten oder Ausschmückung: so stellte er, da Stadt und gemeine Bürgerschaft in dem verderblichen Kriege durch vielfältige Contribution, Steuren und Anlagen erleeret und erschöpfet worden, 1653 die einige 20 Jahre zuvor durch einen Sturm herabgewehte Thurmspitze der Kreuzkirche mit einem Kostenaufwand von 10000 Thalern wieder her; so schenkte er der Marktkirche 1663 eine große gemalte, bei der Restauration von 1852 beseitigte Altarwand. Zu Döhren bei Hannover ließ er 1667 ein Wehr und die dazu gehörige Wassermühle errichten. Um den Mühlen in der Stadt einen gleichförmigen Wasserstand zu sichern und die niederen oft durch Ueberschwemmung heimgesuchten Stadtgegenden zu schützen, ließ er 1651 vor Hannover den sog. Schnellengraben bauen. Bis heute lebt sein Name in dem Theile der Stadt fort, für den er durch Ausschmückung der Kirche, durch Wasserleitung und insbesondere durch Erbauung ganzer Straßen sorgte: in der sog. Neustadt, dem westlichen Stadttheile, legte er nördlich der Calenberger Straße (des früheren Steinweges) auf ihm eigenthümlich gehörenden Gartengrundstücken 40 Wohnhäuser in 4 Reihen an, von denen die östliche nach der Farbe ihrer Häuser die Rothereihe heute wie damals heißt, die beiden mittleren, anfangs als die blaue Straße bezeichnet, und die westliche alsbald die noch gegenwärtig gebräuchlichen Namen der großen und der kleinen Duvenstraße erhielten. Johann D. starb 1679, am 2. September und wurde in dem 1655 von ihm angelegten, im damaligen Geschmack reich ausgestatteten südlichen Anbau der Kreuzkirche begraben.

Baring, Beytrag zur Hannöverischen Kirchen- und Schul-Historia (1748) S. 42–48. Spittler, Gesch. des Fürstenth. Hannover 2, S. 169 ff. Hoppe, Gesch. der Stadt Hannover S. 207 ff. Mithoff, Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannoverschen I. S. 67, 73.