ADB:Ehrhardt, Sigismund Justus

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Ehrhardt, Sigismund Justus“ von Adolf Schimmelpfennig in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 713, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ehrhardt,_Sigismund_Justus&oldid=- (Version vom 15. August 2020, 09:09 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Ehrhart, Friedrich
Band 5 (1877), S. 713 (Quelle).
Wikisource-logo.png Siegismund Justus Ehrhardt bei Wikisource
Wikipedia-logo-v2.svg Siegismund Justus Ehrhardt in der Wikipedia
GND-Nummer 123080215
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|5|713|713|Ehrhardt, Sigismund Justus|Adolf Schimmelpfennig|ADB:Ehrhardt, Sigismund Justus}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=123080215}}    

Ehrhardt: Sigismund Justus E., schlesischer Kirchenhistoriker, geboren 1733 zu Gmünd im Würzburgischen, † 1793 am 6. Juni, widmete sich, von seinem Vater, Pfarrer in Gmünd, für die Universität vorbereitet, 1748–50 in Erlangen, 1750–51 in Jena und zuletzt in Halle der Theologie und wurde nach beendigten Studien 1754 zum Prediger nach Markpurg-Greppach berufen. Der von den Würzburger Fürstbischöfen auf die Evangelischen Frankens von je geübte und nach dem Ausbruche des siebenjährigen Krieges noch verschärfte Druck hatte ihn veranlaßt, eine Geschichte der freifränkischen Kirchen abzufassen, deren Publication für ihn von schlimmen Folgen sein konnte. Um sich für alle Fälle zu sichern, wandte er sich in einer Supplik an Friedrich den Großen und bat um seine Protection und erforderlichen Falles um Schutz für seine Person. Unglücklicher Weise gerieth dieses Schreiben in die Hände seiner Feinde, und schleunige Flucht war jetzt ein Gebot der Selbsterhaltung. E. begab sich nach Sachsen, hielt sich längere Zeit in Halle und Berlin auf, wo er sich durch Privatunterricht seinen Lebensunterhalt erwarb, und wurde 1768 zum Diaconus in Steinau an der Oder und 1774 zum Pfarrer in Beschine bei Wohlau befördert; dort ist er, tief betrauert von seiner Gemeinde, 1793 gestorben. E. ist der Kirchenhistoriker Schlesiens. Seine „Presbyterologie des evangelischen Schlesiens“, Liegnitz 1780–90, 4 Bde., deren erste drei er auf eigene Kosten herausgab, ein Werk langjährigen Sammlerfleißes und umfassender, gründlichster Quellenstudien, sowie seine „Diplomatischen Beiträge zur Erläuterung der alten niederschlesischen Rechte und Geschichte“, Breslau 1773. 1774, sichern ihm unter den Historikern Schlesiens auf immer einen ehrenvollen Platz. Die kirchlichen Zustände seiner fränkischen Heimath hat er in seiner „Historischen Erzählung von dem Betragen der Fürstbischöfe von Würzburg gegen die evangelisch-lutherische Religion“, Leipzig 1762, vermehrt Halle 1763, geschildert. Sein reicher handschriftlicher Nachlaß, darunter eine Religionsgeschichte des Bisthums Würzburg, die kirchliche, politische und gelehrte Geschichte der Stadt Schmalkalden und eine diplomatische Geschichte der Stadt Wohlau, ist leider verschollen.

Streit, Gelehrte Schlesiens, Bresl. 1776, S. 33 und in Beschine eingezogene Nachricht.